Bramfeld und Neugraben-Fischbek : Wohnraummangel: Hamburg baut bezahlbare Unterkünfte

Hamburg Wohnung
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Bereits 2018 sollen die Wohnungen bezugsfertig sein. /Symbolbild

Die Mieten schreibt der Senat für die rund 200 Wohnungen monatlich mit maximal acht Euro pro Quadratmeter fest.

shz.de von
12. Januar 2018, 15:11 Uhr

Hamburg | Preisgünstig und doch anspruchsvoll: Hamburg versucht sich beim Wohnungsbau an einem ehrgeizigen Spagat. In zwei Quartieren in Bramfeld und Neugraben-Fischbek testet der Senat den Bau sparsamer Mietwohnungen mit verbindlichem Preisschild. „Die Anfangsnettokaltmiete wird bei monatlich maximal acht Euro pro Quadratmeter Wohnfläche festgeschrieben“, verspricht Bausenatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD). Das lasse sich die Stadt vertraglich von den Vermietern zusichern. Die Verpflichtung gilt für fünf Jahre, Staffelmieten und die Umwandlung in Eigentumswohnungen sind untersagt.  

Hintergrund ist der hohe Bedarf an Wohnraum, der die durchschnittliche Miete bei Neuverträgen in der Metropole auf rund 12,70 Euro getrieben hat. Das Acht-Euro-Pilotvorhaben soll die Lücke zwischen Sozial- und frei finanzierten Wohnungen schließen. Stapelfeldt: „Wir ergänzen den öffentlichen geförderten Wohnungsbau um ein neues Segment, das das auch ohne öffentliche Förderung für Haushalte mit geringem Einkommen bezahlbar ist.“

Die Stadt stellt zwei Grundstücke am Bramfelder Dorfgraben (154 Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen) sowie im IBA-Quartier Vogelkamp in Neugraben-Fischbek (42 Günstigwohnungen für Familien) zur Verfügung.

 

Die Zauberformel für die geringen Mieten: Die Bauherren sparen bei der Errichtung der Gebäude systematisch Kosten. Bedingung: Die Qualität soll darunter nicht leiden. Stapelfeldt kündigt „städtebaulich und architektonisch attraktive, hochwertige“ Wohnungen an. „Die Grundidee 'Keep it simple‘ ist uns wichtig“, betonen der Wohnungsverein von 1902 und die Karl Danger Grundstücksverwaltung, die in Bramfeld bauen. Gespart werden soll dort durch die Wiederholung von Grundrissen und Gebäuden, einfache Tragwerksstrukturen, die Vermeidung von Versätzen, aber auch durch den Verzicht auf Aufzüge und teilweise auf Keller sowie die Vereinheitlichung von Fensterformaten.

Am Vogelkamp will die Helvetia Versicherung  Kosten und Energieverbrauch unter anderem durch kompaktere Baukörper und eine geringere Außenfläche der Gebäude drücken. Vorgesehen sind auch geringere Geschosshöhen. Und: In Neugraben soll es erstaunlich fix gehen mit dem günstigen Mietwohnen: Der Baustart ist für dieses Frühjahr geplant, doch schon Ende 2018 sollen die Wohnungen vermietet werden. Die kurze Bauzeit werde durch eine Holzrahmenbauweise erreicht.

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