Public Viewing : WM-Fieber in Hamburg: Fan Park auf dem Heiligengeistfeld wird aufgebaut

Im Fan Park werden nur die Deutschlandspiele gezeigt. Platz finden dort bis zu 40.000 Besucher.

shz.de von
14. Juni 2018, 18:56 Uhr

Die Fußballweltmeisterschaft hat bereits begonnen, doch der Fan Park auf dem Heiligengeistfeld befindet sich noch im Aufbau. Gabelstapler sausen durch die Gegend, während die 126 Quadratmeter große LED Wand aufgebaut wird. Bis Sonntag muss alles stehen, denn dann beginnt das erste Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Mexiko, das hier live übertragen wird. Um 14 Uhr öffnet der Fan Park seine Tore.

Seit der WM in Deutschland im Sommer 2006 sind große Public Viewings bei Welt- und Europameisterschaften Gang und Gäbe. In der Vergangenheit kamen auf dem Heiligengeistfeld bis zu 50.000 Menschen zusammen, um gemeinsam zu jubeln. Dieses Mal galt es für die Bergmann Gruppe als Veranstalter allerdings einige Hürden zu überwinden. Zunächst konnte kein Sponsor gefunden werden, was dazu führte, dass für den früher kostenlosen Zutritt zum Fan Park dieses Jahr zwei Euro pro Person fällig werden (Jugendliche unter 16 Jahren sind hiervon befreit). „Wir nennen es Sicherheitsgebühr“, sagt Uwe Bergmann, Geschäftsführer der Bergmann Gruppe. „Ich glaube, dass die Leute gut damit klarkommen, weil es eben wirklich ihrer Sicherheit dient. So eine Veranstaltung auf die Beine zu stellen, ist relativ kostenintensiv. Das ohne Großsponsor zu machen, ist ein Novum.“

Darüber hinaus hatten Bergmann und sein Team aufgrund von parallel stattfindenden Großveranstaltungen wie dem Schlagermove, dem Triathlon und den Konzerten von Helene Fischer Schwierigkeiten, einen Sanitätsdienst zu finden. Erst in letzter Sekunde konnte das „TEN – Trainingszentrum für Erste Hilfe und Notfallmedizin“ verpflichtet werden.

Fan Park zählt zu den bundesweit größten Public Viewings

Bis zu 40.000 Besucher finden auf dem Heiligengeistfeld dieses Jahr Platz – damit zählt der Fan Park bundesweit zu den größten Public Viewings. „Wir sind übrigens nicht die einzigen, die Schwierigkeiten hatten“, so Bergmann. „In ganz Deutschland leiden Public Viewings unter sinkenden Besucherzahlen. Viele wurden abgesagt, weil keiner den Mut hatte, sie selbst zu finanzieren. Wenn in den Fan Park am Ende nur 20.000 Besucher kommen, bin ich auch nicht traurig. Aber ich denke, das gibt Hamburg immer her.“

Übertragen werden im Fan Park ausschließlich die Spiele der deutschen Nationalmannschaft. Scheidet diese aus, ist das Public Viewing zu Ende. Die Spiele selbst werden ergänzt von einem Rahmenprogramm. Den ersten „Anstoß“ zur Eröffnung des Fan Parks macht Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher. Live-Musik gibt es von dem italienischen Musiker Armando Quattrone und der Latino-Pop-Band Hot Banditoz. Außerdem findet eine Stunde vor Anpfiff ein eGaming-Turnier statt. Acht Spieler können auf der LED-Leinwand das Videospiel „Rocket League“ spielen. Das Prinzip ist einfach: Die 22 Spieler werden durch vier Autos ersetzt, das Runde muss aber nach wie vor ins Eckige. Das Rahmenprogramm für die weiteren Spieltage der deutschen Elf ist noch in Arbeit.

Darüber hinaus wird es auf dem Gelände ein großes Deutschland-Zeit und einen Gastronomie-Bereich geben. Neben Crêpes, Bratwurst und Pommes werden dort auch vegane Speisen, kanarische Kartoffeln mit Mojos, afrikanische Spezialitäten, Burger aus Balmys Food Truck sowie brasilianische Speisen und Cocktails angeboten. Damit es sich an den zwei Eingängen an der U-Bahn St. Pauli und an der Budapester Straße nicht zu sehr staut, werden die Besucher um rechtzeitiges Erscheinen gebeten.

Trotz der schwierigen Vorzeichen ist Uwe Bergmann frohen Mutes. „Ich bin aus tiefstem Herzen überzeugt, dass die Menschen kommen werden“, sagt er. „In einer so großen Gruppe Fußball zu gucken, ist einfach etwas ganz Anderes. Hier sind die Besucher die Stars, und nicht die Spieler auf der Leinwand. Das macht es so unverwechselbar.“ Und wie schätzt er die Chancen von Yogis Jungs ein? „Die Franzosen halte ich für sehr stark, England könnte auch etwas reißen“, sagt er. „Spanien ist immer noch gefährlich, auch ohne Trainer, und natürlich ist auch Brasilien eine Top-Mannschaft. Wir müssen die einfach alle schlagen, dann werden wir auch Weltmeister!“

Öffnungszeiten Fan Park: Sonntag, 17. Juni, 14 bis 19 Uhr / Samstag, 23. Juni, 17 bis 22 Uhr / Mittwoch, 27. Juni, 14 bis 18 Uhr.

Neben dem Fan-Park gibt es in Hamburg noch zahlreiche weitere Orte, an denen die WM gemeinsam verfolgt werden kann. Eine Auswahl:

WM-Biergarten auf dem Spielbudenplatz

18 Flatscreen-Fernseher werden auf dem Spielbudenplatz installiert. Montag bis Freitag ab 16 Uhr, Wochenende ab 13 Uhr, bei früherem Start: 30 Minuten vor Anpfiff.

Gerhard-Hauptmann-Platz

 Die Macher von Logo und Knust organisieren das Public Viewing auf dem Platz neben der Mönckebergstraße – mit großer Leinwand, täglich von 11 bis 24 Uhr.

kukuun

Die Party- und Musik-Location im Klubhaus Sankt Pauli zeigt das Eröffnungsspiel, alle Deutschland-Spiele, Achtel-, Viertel-, Halbfinale und Finale (Spielbudenplatz 22).

Kreuzfahrtterminal Steinwerder

Selbst Kreuzfahrtgäste, die zwischen dem 14. Juni und dem 15. Juli eine Reise mit dem Schiff ab Steinwerder gebucht haben, müssen nicht darauf verzichten, die Spiele live zu verfolgen. An Tagen mit Schiffsanläufen werden die Spiele am Kreuzfahrtterminal Steinwerder auf einem großen LED-Bildschirm übertragen.

Landhaus Walter

Das Fußballmagazin 11Freunde schlägt sein WM-Quartier im großen Garten des Landhaus Walter im Stadtpark auf – mit zwei Großbildleinwänden und mehreren Monitoren. Falls es regnet, finden in dem großen Zelt rund 800 Leute Platz.

 
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