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Erste Berechnungen im Sommer : Wie teuer wird Olympia 2024 in Hamburg?

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In drei bis vier Monaten wird ein erster Finanzreport vorgelegt. Im Herbst haben die Bürger dann das letzte Wort.

shz.de von
erstellt am 25.Mär.2015 | 18:42 Uhr

Hamburg | In drei bis vier Monaten sollen Hamburgs Bürger eine erste Vorstellung davon bekommen, wie teuer Olympia an der Elbe werden könnte. „Wir werden im Sommer den ersten Finanzreport vorlegen“, versprach Innen- und Sportsenator Michael Neumann (SPD) gestern in der Bürgerschaft. Den Hamburger würden die Berechnungen damit vorliegen, bevor sie im Herbst per Volksabstimmung das letzte Wort über die Kandidatur der Stadt für Sommerspiele 2024 oder 2028 abgeben.

In der ersten Parlamentssitzung nach dem DOSB-Votum zugunsten der Hansestadt sprachen fünf der sechs Fraktionen von einer großen Chance für die Stadt, sollte das IOC Hamburg 2017 tatsächlich den Zuschlag erteilen. Neumann gab sich betont selbstbewusst, dass dies gegen starke Konkurrenz wie Boston und Paris möglich ist. „Wir sind das Angebot, das das IOC eigentlich nicht ablehnen kann“, sagte der Senator mit Verweis auf die Reformagenda des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) für bescheidenere und nachhaltige Spiele. Neumann unterstrich, dass viele der anfallenden Kosten ohnehin auf Hamburg zukommen würden. Etwa für den Bau eines neuen Stadtteils auf dem Kleinen Grasbrook und für die Barrierefreiheit der Sportanlagen. „Olympia wäre der Katalysator für Fortschritte in der Stadtentwicklung und im Breitensport.“

Ungewohnt viel Lob hatte sich der Senator zuvor von der Opposition für die Kür Hamburgs zum deutschen Kandidaten durch den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) anhören dürfen. „Gut gemacht, Herr Neumann, mit viel Herzblut und persönlicher Überzeugung. Das war eine runde Sache“, sagte CDU-Fraktionschef André Trepoll. Die Union unterstützt die Bewerbung ebenso wie FDP, AfD, aber auch die Grünen. Für den künftigen SPD-Koalitionspartner stellte Parteichefin Katharina Fegebank klar: „Ich habe mich sehr über die Kandidatur gefreut. Wir Grüne halten Olympische Spiele für eine faszinierende Idee.“ Nun gelte es aber, auf die Kritiker zuzugehen und ein wahrhaft nachhaltiges Konzept zu entwickeln. „Wir haben jetzt die hervorragende Chance, unsere Bedingungen in die Bewerbung einzubringen.“

Kritik kam einzig von der Links-Fraktion. Deren sportpolitischer Sprecher, Mehmet Yildiz, warnte vor immensen Kosten und Gefahren für den sozialen Frieden. „Erfahrungen vergangener Olympiaden haben gezeigt, dass alle Versprechungen von Nachhaltigkeit nichts weiter waren als bloße Lippenbekenntnisse.“ Wer sich in die Hände des IOC begebe, so Yildiz, öffne Gigantomanie und Korruption Tür und Tor. Die Linke kämpfe dafür, „dass wir nicht 16 Tage feiern und 16 Milliarden verbraten“.

AfD-Fraktionschef Jörg Kruse zeigte sich „stolz, dass Hamburg ausgewählt wurde“. Er regte an, dass unabhängige Sachverständige den Kostenplan überprüfen und ihre Ergebnisse veröffentlichen sollen. „Das Volk zu befragen macht nur Sinn, wenn man es vorher adäquat informiert.“

SPD-Fraktionschef Andreas Dressel sagte größtmögliche Transparenz bei Kosten sowie eine enge Einbindung der Bürger zu. „Kein Risiko soll kleingeredet, keine Kostenposition kleingerechnet werden.“

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