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Strasse, Flughafen, Rose : Wie Hamburg für immer an Helmut Schmidt erinnern will

vom

Die große Trauerfeier hat gezeigt: Hamburg verehrt Helmut Schmidt - und will das auch nach seinem Tod zeigen.

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erstellt am 25.Nov.2015 | 17:47 Uhr

Hamburg | Knapp zwei Wochen nach dem Tod von Helmut Schmidt ist die Diskussion, wie man dem Altkanzler gedenken kann, in vollem Gange. Hamburg will seinem Ehrenbürger ein Denkmal setzen. Die Frage ist nur, wie.

Helmut Schmidt ist am 10. November in seinem Haus in Hamburg-Langenhorn gestorben. Er war von 1974 bis 1982 Bundeskanzler. Ende 2013 ergab eine Studie: Schmidt ist der beliebteste Regierungschef in der Geschichte der Bundesrepublik.

Ein Helmut-Schmidt-Flughafen?

Der Flughafen Fuhlsbüttel könnte bald „Helmut-Schmidt-Flughafen“ heißen.

Der Flughafen Fuhlsbüttel könnte bald „Helmut-Schmidt-Flughafen“ heißen.

Foto: Imago/Rüdiger Wölk
 

Eine Umbenennung des Hamburger Flughafens zu Ehren des Altkanzlers liegt im Bereich des Wahrscheinlichen. Die Idee hat zahlreiche Befürworter, kritische Stimmen sind bislang rar. Flughafensprecherin Stefanie Harder nannte eine Umbenennung des fünftgrößten Airports in Deutschland eine „sehr charmante Idee“. Allerdings müssten dies die Gesellschafter entscheiden; der Flughafen gehört zu 51 Prozent der Stadt und zu 49 Prozent dem Investor Avi-Alliance.

Mit einem Helmut-Schmidt-Airport würde sich Hamburg einreihen in die Familie international bedeutender Flughafenstandorte, wie der John-F.-Kennedy-Airport in New York und der Pariser Charles-de-Gaulle.

Was dafür spricht: Helmut Schmidt hat mehrere Verbindungen zum Flughafen. Als Kanzler empfing er zahlreiche Staatsgäste in Fuhlsbüttel. Außerdem war Schmidt Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrats. „Wie kein zweiter Hamburger hat Helmut Schmidt den Flughafen seiner Heimatstadt in den vergangenen knapp 65 Jahren geprägt. Als Leiter des Amtes für Verkehr in der Wirtschaftsbehörde stellte er bereits 1952 die politischen Weichen für die Ansiedelung der Lufthansa Technik am Hamburg Airport“, erklärte Flughafenchef Michael Eggenschwiler. Schmidt habe früh das Wachstumspotenzial der Luftfahrt erkannt.

Eine Helmut-Schmidt-Straße?

Bei Facebook gibt es bereits Vorschläge, welche Straßen umbenannt werden könnten.
Bei Facebook gibt es bereits Vorschläge, welche Straßen umbenannt werden könnten.
 

Helmut Schmidt könnte auch mit einer eigenen Straßge geehrt werden. In der Facebook-Gruppe „Eine Straße für Helmut Schmidt“ wird bereits eifrig debattiert. Am meisten Gefällt-mir-Klicks hat bislang die „Helmut-Schmidt-Chaussee“ anstelle der Alsterkrugchaussee („der Weg Helmut Schmidts ins heimische Langenhorn“). Ebenso im Rennen sind der Rathausmarkt als bekanntester Platz der Hansestadt, die Mönckebergstraße („hier kommt jeder Hamburger hin“) oder der Millerntorplatz („gleich neben Ludwig-Erhard- und Willy-Brandt-Straße“).

Für die Benennung von Straßen und Plätzen nach Verstorbenen gilt in der Hansestadt üblicherweise eine Karenzzeit von zwei Jahren. Wegen der ganz außerordentlichen Popularität und politischen Bedeutung Helmut Schmidts gilt es aber als wahrscheinlich, dass Senat und Bürgerschaft in diesem Fall eine Ausnahme machen.

Hier sind vier Straßen, die umbenannt werden könnten. Welche soll den Namen Helmut Schmidts bekommen? Bitte klicke auf die Kartenausschnitte und gib Deine Stimme ab (mehrfach möglich)

Posted by Eine Straße für Helmut Schmidt - Hier abstimmen on  Dienstag, 10. November 2015

In Vergessenheit wird Schmidt aber bestimmt nicht geraten. Es gibt bereits mehrere Orte in Hamburg, die anden Altkanzler erinnern.

Das Helmut-Schmidt-Haus

Eine Polizeieskorte wartet neben dem mit Kerzen und Blumen geschmückten Zaun am Haus des verstorbenen Alt-Bundeskanzlers Helmut Schmidt auf die Abfahrt des Leichenwagens.

Eine Polizeieskorte wartet neben dem mit Kerzen und Blumen geschmückten Zaun am Haus des verstorbenen Alt-Bundeskanzlers Helmut Schmidt auf die Abfahrt des Leichenwagens.

Foto: dpa
 

Sicher ist bereits, dass Helmut Schmidts Haus ein Museum oder eine Begegnungsstätte werden soll. Die bescheidene Doppelhaushälfte des Ehepaars Schmidt war jahrzehntelang ein Schauplatz der Weltpolitik. Loki und Helmut Schmidt hatten schon vor etlichen Jahren beschlossen, dass ihr Heim eines Tages der Öffentlichkeit zugänglich sein soll. Sehr private Bereiche des Wohnhauses, wie zum Beispiel das Schlafzimmer des Altkanzlerns und seiner Frau werden vermutlich verschlossen bleiben. Zum Höhepunkt einer potenziellen Ausstellung könnte Schmidts Zigarettenlaster werden. In seinem Haus in Langenhorn sollen 38.000 Zigaretten lagern.

Die Helmut-Schmidt-Universität

Die Helmut-Schmidt-Universität.
Die Helmut-Schmidt-Universität. Foto: dpa

Ein bekanntes Hamburger Gebäude ehrt den Altkanzler bereits: die Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr. Sie wurde 1972 auf Bestreben von Schmidt - damals Verteidigungsminister - unter dem Namen „Hochschule der Bundeswehr Hamburg“ gegründet. Im Dezember 2003 wurde sie umbenannt, um Schmidt für seinen Einsatz für die wissenschaftliche Ausbildung von Offizieren zu danken.

Eine private Helmut-Schmidt-Straße

 

Es gibt doch schon eine Straße, die den Namen des Altkanzlers trägt. Es handelt sich um die Hauptverkehrsachse auf dem A380-Werksgelände in Hamburg-Finkenwerder. Allerdings ist sie öffentlich nicht zugänglich. Der Flugzeugbauer ehrte damit bereits 2011 Schmidts Verdienste.

Das Helmut-Schmidt-Gymnasium

 

Seit dem 1. November 2012 hat Hamburg auch ein Helmut-Schmidt-Gymnasium. Vorher hieß die Schule „Gymnasium Kirchdorf/Wilhelmsburg“. Anlass der Umbennenung war der 50. Jahrestag der Sturmflut-Katastrophe von 1962. „Das beherzte und unbürokratische Vorgehen des damaligen Innensenators Helmut Schmidt hat damals viele Menschenleben gerettet, wofür er bis heute große Anerkennung im Stadtteil und weit darüber hinaus genießt“, heißt es zur Erklärung auf der Schul-Homepage.

Die Helmut-Schmidt-Rose

Die Helmut-Schmidt-Rose wurde 1979 nach dem damaligen Bundeskanzler benannt.
Die Helmut-Schmidt-Rose wurde 1979 nach dem damaligen Bundeskanzler benannt. Foto: Wikipedia/Huhu

Trotz Schmidts Verbundenheit zu Schleswig-Holstein (er hatte zum Beispiel ein Ferienhaus am Brahmsee), gibt es im Norden noch keine Helmut-Schmidt-Straße. Stattdessen wächst Helmut Schmidt in den Gärtnereien des Landes - als Rose. Allerdings ist diese Rose nicht mehr im Handel, da sie recht empfindlich gegenüber Pilzkrankheiten ist. In ganz Deutschland gibt es nur noch eine Gärtnerei (in Springe), die diese Sorte in einer sehr geringen Stückzahl anbaut aber nicht verschickt.

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