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Hamburg : Wie das Miniaturwunderland Hass-Botschaften kontert

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Besucher mit schmalen Geldbeutel hatten freien Eintritt. Darauf erhielt das Miniaturwunderland fragwürdige Reaktionen.

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erstellt am 23.Feb.2017 | 11:52 Uhr

Hamburg | Das Miniaturwunderland Hamburg öffnete im Januar seine Türen auch für Besucher, die sich den Eintritt sonst nicht leisten können. Jeder, der meinte, den Eintrittspreis nicht zahlen zu können, konnte dies an der Kasse sagen und kam umsonst in die Ausstellung. Doch die Aktion stieß auf Widerspruch, die Betreiber des Miniaturwunderlands erreichten zahlreiche Hass-Botschaften. Ein Schreiben veröffentlichten sie auf der Facebook-Seite des Miniaturwunderlands. Der Verfasser des Briefes beschwerte sich, dass es auch freien Eintritt für Flüchtlinge gab - und wünschte „eine bombenlose Zeit“.

<p>Das Miniaturwunderland veröffentlichte die Hassbotschaft auf seiner Facebook-Seite.</p>

Das Miniaturwunderland veröffentlichte die Hassbotschaft auf seiner Facebook-Seite.

Foto: Screenshot Facebook/Miniaturwunderland Hamburg

„Bitte teilen, dass die vielen liebevollen und wunderbaren Menschen in Deutschland, die bisher nur zuschauen, uns helfen nun endlich lauter zu werden“, schrieben die Macher des Miniaturwunderlandes Frederik und Gerrit Braun sowie Stephan Hertz.

Der Verfasser der Hass-Botschaft schrieb, dass er und die „Freunde der Eisenbahn“ das Miniaturwunderland künftig nicht mehr besuchen wollten, weil „Wirtschaftsflüchtlinge“ umsonst hereingelassen wurden.

Die Betreiber des Miniaturwunderlands gingen zunächst von einem Fake aus, doch dann telefonierten sie mit dem Verfasser und führten nach eigenen Angaben ein „unangenehmes Gespräch“. Er habe im Namen seines gesamten Modellbauclubs gesprochen, der aber nicht „Freunde der Eisenbahn“ heiße. Er habe „alle Freunde der Eisenbahn“ gemeint.

Im Januar hatte das Miniaturwunderland bei der Aktion „Kann ich mir nicht leisten“ mehr als 18.000 Besuchern kostenlosen Eintritt gewährt.

Die Aktion, die es auch schon im vergangenen Jahr gab, richtete sich an „alle Menschen, denen es nicht so gut geht“. Unter den Besuchern seien auch etwa 25 Prozent Flüchtlinge gewesen. Außer zahlreicher Danksagungen bekamen die Betreiber auch einige Schreiben und E-Mails, in denen sie für die Aktion kritisiert wurden.

„Wo steuern wir hin, wenn eine Aktion wie unsere, bei einigen von Angst gesteuerten Menschen dazu führt, virtuell und per Post solche Hassbotschaften zu verbreiten?“, fragen die Betreiber in ihrem Facebook-Post. Das Problem unseres virtuellen Zeitalters sei, dass negative Botschaften „schnell und leicht rausgehauen werden und zu wenig positives Antworten entgegengesetzt wird“. Man solle gemeinsam Haltung für eine Welt zeigen, die wieder die Menschlichkeit in den Vordergrund stellt, fordern sie.

Erst Anfang Februar war das Miniaturwunderland zur Zielscheibe von Kritik geworden, nachdem die Betreiber mit einem Mauerbau um Las Vegas die Abschottungspolitik des neuen US-Präsidenten Donald Trump tadelten. Doch auch diese Aktion brachte außer Kritik auch zahlreiche neue Fans.

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