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Hamburger Bürgerschaftswahl 2015 : Wersich für die CDU, ein Duo für die Grünen

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Hamburgs CDU zieht mit ihrem Fraktionschef in den Bürgerschaftswahlkampf. Fegebank und Kerstan treten als Grünen-Spitzenteam an.

Hamburg | Mit Fraktionschef Dietrich Wersich als Spitzenkandidat zieht die Hamburger CDU in den Wahlkampf für die Bürgerschaftswahl im Februar 2015. Ohne Gegenkandidaten erhielt Wersich am Samstag 133 von 147 Stimmen und wurde mit knapp 91 Prozent Zustimmung von der CDU-Landesvertreterversammlung auf Listenplatz 1 gewählt. „Wir wollen gemeinsam Hamburg wieder regieren“, sagte Wersich. „Vor Hamburg liegen fünf Jahre voller Weichenstellungen für die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt.“

In den Mittelpunkt seiner Rede stellte Wersich sein Konzept 'H hoch 3: Hafen, Handel, Hightech': „Der Hafen hat Hamburg zum Tor der Welt gemacht. Die SPD hat keine Idee, wie sie den Hafen für die Zukunft fit machen will (...) Er wird uns nicht unseren Wohlstand im 21. Jahrhundert sichern können.“

Außerdem forderte Wersich mehr Unterstützung für die Hochschulen. „Die SPD hat 40 Millionen in die Abschaffung der Studiengebühren gesteckt, hat aber keinen Cent mehr übrig für die Qualität der Hochschulen.“ Außerdem setzte sich der CDU-Fraktionschef für eine bessere Ausrüstung der Polizei ein, die immer mehr Angriffen von Extremisten ausgesetzt seien. Über ein detailliertes Wahlprogramm wird die Landesversammlung im November abstimmen.

Auf den zweiten Listenplatz wählten die Delegierten Roland Heintze, außerdem wurden Friederike Föcking, Hans-Detlef Roock, Christoph de Vries und Marita Meyer-Kainer gewählt. Der ehemalige Landesvorsitzende und Fraktionschef Frank Schira wurde unterdessen bei den Wahlen abgewatscht: Er unterlag mit 69 von 149 Stimmen dem 31-Jährigen Henri Schmidt vom Kreisvorstand Wandsbek in der Wahl um Platz 7 auf der Landesliste. „Für mich steht Frank Schira für die größte Niederlage der CDU Hamburg. Das waren die 21,9 Prozent bei den Bürgerschaftswahlen 2011, bei dem unser letztes Ergebnis beinahe halbiert wurde“, sagte Schmidt in seiner Rede an die Landesvertreter.

Mit scharfen Angriffen auf die alleinregierende SPD eröffneten Hamburgs Grüne den Wahlkampf für die Bürgerschaftswahl 2015. „Wer so wenig Veränderungsbereitschaft zeigt, wer so selbstgenügsam und engstirnig ist (...), der verspielt ein Stück der Zukunftsperspektiven der Stadt“, sagte Parteichefin Katharina Fegebank am Samstag auf einer Landesmitgliederversammlung in Richtung Bürgermeister Olaf Scholz (SPD).

Gleichzeitig machte sie, die mit Fraktionschef Jens Kerstan das Grünen-Spitzenteam für den Wahlkampf bildet, im Bürgerhaus-Wilhelmsburg deutlich, dass die Grünen mit der SPD regieren wollen - allerdings nicht um jeden Preis: „Als reine Sättigungsbeilage der SPD will ich jedenfalls nicht auf dem Koalitionsteller landen.“ 

Während Fegebank bei der Nominierung zur Spitzenkandidatin keine Probleme hatte - sie erhielt ohne Gegenkandidatin 184 von 204 oder 90,2 Prozent der Stimmen - war es bei Kerstan denkbar knapp. Er trat in einer Kampfabstimmung gegen Ex-Justizsenator Till Steffen und den spontan kandidierenden Grünen Martin Macker an. Dabei erhielt er genau eine Stimme mehr als das notwendige Mindestquorum. Von 258 Stimmen entfielen auf Kerstan 131. Steffen hatte 124 Unterstützer, Macker kam über eine Stimme nicht hinaus.

Kerstan sprach im Anschluss von einer harten Probe. „Wer Grüne Parteitage überlebt, der kann im Wahlkampf in dieser Stadt alles machen“, sagte er. Die eigentliche Kandidatenliste wollen die Grünen Ende November beschließen. Es gilt als sicher, dass Fegebank und Kerstan dann die Plätze eins und zwei erhalten.

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erstellt am 27.Sep.2014 | 18:55 Uhr

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