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Hamburg-Wellingsbüttel : Wegen Vandalismus: Schule könnte Gebühr für Klobenutzung einführen

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Die Klos sind immer wieder verdreckt und kaputt. Manche Schüler gehen vor Ekel wohl schon nicht mehr zu Toilette.

shz.de von
erstellt am 21.Jun.2016 | 19:39 Uhr

Hamburg | Eine Gebühr für die Benutzung des Schulklos? Erstmals erwägt eine Hamburger Stadtteilschule diesen Schritt, um gegen Verdreckung und Vandalismus in ihren Schülertoiletten vorzugehen. Die Schulkonferenz der Irena-Sendler-Schule in Wellingsbüttel habe den Vorschlag diskutiert, eine zusätzliche Toilette einzurichten und diese von einer Reinigungskraft säubern und kontrollieren zu lassen, bestätigt Schulleiter Matthias Greite.

Die Nutzer sollten sich an der Finanzierung mit einem Beitrag von je zehn Cent beteiligen. Entschieden sei aber noch nichts. Hintergrund der ungewöhnlichen Idee ist laut Greite die massive Verschmutzung der Toilettenräume an der Stadtteilschule im Hamburger Norden. Immer wieder werde absichtlich neben die Becken uriniert, vereinzelt seien Wände mit Kot beschmiert worden.Toilettenbrillen würden zerbrochen, Schmierereien verunstalteten Kabinenwände und Türen.

Derlei Vandalismus findet laut Schulleiter fast immer während der Unterrichtszeit statt, wenn die Täter unbeobachtet sind. Die Schulkonferenz suche nun nach Lösungen. Vorschläge sind dabei unter anderem, die Nassräume zweimal statt einmal täglich von der Stadt reinigen zu lassen sowie die Toilettennutzung während der Schulstunden einzuschränken. In diesem Zusammenhang werde aber auch diskutiert, eine neue Toilette zu bauen, die nur gegen Gebühr benutzt werden darf und entsprechend gut gepflegt würde, sagt der Schulleiter.

Die Linksfraktion in der Bürgerschaft nennt die Klomaut "inakzeptabel" und "entwürdigend". Auch Maik Findeisen, Mitglied des Schulelternrats, ist empört und warnt vor einer "Zwei-Klassengesellschaft" auf dem stillen Örtchen. Es dürfe nicht sein, dass zahlende Schüler saubere Toiletten vorfinden, während die übrigen ihr Geschäft im Dreck erledigen müssten.

Schulleiter Greite betont dagegen, dass manche seiner Schüler die Toiletten vor Ekel überhaupt nicht mehr aufsuchen. Laut einer schulinternen Befragung verzichten etwas 40 Jungen und Mädchen der Sendler-Schule den ganzen Tag über auf Getränke, um nicht in Bedrängnis zu geraten. 

Vermutlich wird das Bezahlklo über das Stadium der Idee allerdings nicht hinauskommen. Schulsenator Ties Rabe (SPD) hat den Überlegungen gestern eine Absage erteilt. Über seinen Sprecher ließ er erklären: "Klar ist, und von uns untersagt, dass die Einführung einer Toilettengebühr keine Lösung ist." Das gelte auch für den Vorschlag aus Wellingsbüttel, dass Schüler im Unterricht erst nach einer Überprüfung zur Toilette gehen dürfen.

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