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Fahrverbot in Hamburg : Was sich für Autofahrer in der Max-Brauer-Allee und Stresemannstraße ändert

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Hamburg wird zwei Straßenbereiche im Stadtteil Altona für ältere Diesel-Modelle sperren. Offen ist noch, ab wann des Verbot gilt.

shz.de von
erstellt am 22.Mai.2017 | 20:13 Uhr

Hamburg | Der Hamburger Senat hat sich dazu durchgerungen, für bestimmte Dieselfahrzeuge ein Fahrverbot an zwei Stellen im Bereich Altona zu beschließen. Betroffen sind davon viele Pendler und Stadtbesucher aus Pinneberg und Umgebung. Auf der Einfahrtsroute im Westen der Hansestadt ist die Luft seit vielen Jahren dick und übersteigt die Grenzwerte.

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Das Teil-Diesel-Verbot ist die bemerkenswerteste Maßnahme des Luftreinehalteplans, zu dessen Vorlage Umweltschützer den rot-grünen Senat per Gerichtsurteil gedrängt haben. Für viele Autofahrer wird es also schwierig. Fragen und Antworten:

Welche Fahrzeuge sind von dem künftigen Fahrverbot betroffen?

Betroffen sind alle Pkw mit Dieseltreibstoff, die nicht die neue Euro-6-Norm erfüllen. Für Lkw und Busse ist die Abgasnorm Euro VI maßgebend. Nach Mitteilung des Senats auf eine Anfrage der CDU-Bürgerschaftsfraktion waren zum Stichtag 6. April in Hamburg 335.943 Dieselfahrzeuge zugelassen. Davon erfüllten 238.564 nicht die neuen Abgasnormen.

Auf welchen Strecken gelten Fahrverbote?

Es geht um zwei Straßen, die Stresemannstraße und die Max-Brauer-Allee. Für Pkw und Lkw soll nur der etwa 700 Meter lange Abschnitt zwischen Gerichtstraße und Holstenstraße auf der Max-Brauer-Allee gesperrt werden. Auf der Stresemannstraße gilt das kommende Fahrverbot nur für Lkw auf einer etwa 1,8 Kilometer langen Strecke.

 

Ab wann treten die Fahrverbote in Kraft?

Der Senat will zunächst eine Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts abwarten. Damit soll geklärt werden, ob Länder und Kommunen örtliche Einschränkungen für bestimmte Motorenarten an einzelnen Straßen anordnen dürfen. Gerechnet wird noch im Laufe dieses Jahres mit einem Richterspruch. Danach sollen die Fahrverbote in Kraft gesetzt werden.

Sind auch Anwohner, Besucher und Zulieferer betroffen?

Beim Dieselfahrverbot handelt es sich um eine reine Durchfahrtsbeschränkung. Der Senat präzisierte dies folgendermaßen: „Der Anliegerverkehr ist davon nicht betroffen. Dazu zählen zum Beispiel Anwohner und deren Besucher, Krankenwagen, Müllautos und Lieferverkehre.“

Wie können die Fahrverbote kontrolliert werden?

Nur durch Stichproben und Kontrolle der Fahrzeugpapiere. Eine Blaue Plakette zur Durchfahrtsberechtigung ist nicht vorgesehen. In der Praxis dürfte es für die Polizei aber kaum möglich sein, Dieselsünder auf den Verbotsstrecken dingfest zu machen. Denn verboten ist nur die Durchfahrt. Wer bei einer Kontrolle auch nur behauptet, den nächsten Kiosk auf der gesperrten Strecke ansteuern zu wollen, gilt als Besucher und fällt durchs Raster.

Sind Dieselmotoren mit der Euro-6-Norm wirklich sauber?

Wohl kaum. Das Umweltbundesamt bemängelt, dass bislang die Abgaswerte nur im Labor geprüft würden. Eigene Tests und Berechnungen der Bundesbehörde kommen zu dem Ergebnis, dass auch Dieselmotoren der Abgasnorm Euro 6 unter realistischen Bedingungen den Grenzwert für Stickoxide um ein Vielfaches überschreiten.

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