Einkaufszentrum in Hamburg : Wandsbek: Angeschossener soll verhört werden, Verdächtige weiterhin flüchtig

Feuerwehrleute und Sanitäter versorgen in der Nähe des Einkaufszentrums Quarree im Hamburger Stadtteil Wandsbek einen verletzten Mann, der am Bein angeschossen wurde.

Feuerwehrleute und Sanitäter versorgen in der Nähe des Einkaufszentrums Quarree im Hamburger Stadtteil Wandsbek einen verletzten Mann, der am Bein angeschossen wurde.

Am „Quarree“ fallen Schüsse, ein Mann wird getroffen. Drei Personen flüchten. Am Mittwoch soll das Opfer verhört werden.

shz.de von
11. Oktober 2018, 11:20 Uhr

Hamburg | Einen Tag nach den Schüssen auf einen Mann in der Nähe des Einkaufszentrums „Quarree“ in Hamburg-Wandsbek sind die Täter weiter auf der Flucht. Das Opfer ist inzwischen operiert worden und soll im Laufe des Donnerstags von der Kriminalpolizei verhört werden, sagte ein Polizeisprecher. Die Polizei bittet um Hinweise aus der Bevölkerung.

Nach dem bisherigen Ermittlungsstand traf sich der später Verletzte in Wandsbek mit mehreren bislang unbekannten Personen. Nach verbalen Streitigkeiten wurden offenbar mindestens zwei Schüsse abgegeben. Der 39-Jährigen erlitt hierdurch eine Beinverletzung. Zeugen leisteten Erste Hilfe und alarmierten Polizei und Rettungskräfte.

Schusswaffe und Betäubungsmittel beim Opfer sichergestellt

Bei dem 39-Jährigen wurden Betäubungsmittel und eine scharfe Schusswaffe gefunden und sichergestellt. Zum jetzigen Zeitpunkt geht die Polizei davon aus, dass die sichergestellte Schusswaffe dem Verletzten gehört. Gegen ihn wurde ein Strafverfahren wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz und Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz eingeleitet. Der Gesundheitszustand des 39-Jährigen ist stabil. Lebensgefahr bestand zu keinem Zeitpunkt.

Im Anschluss an die Tat flüchtete die Tätergruppe, die aus mindestens drei „südländisch“ aussehenden Männern bestehen soll, in Richtung Kattunbleiche. Dort stiegen die Männer in einen wartenden Ford, der anschließend davonfuhr. Die Täter konnten trotz Sofortfahndungsmaßnahmen nicht mehr angetroffen werden.

U-Bahn-Verkehr zwischenzeitlich eingestellt

Während der Fahndung wurde der U-Bahn-Verkehr eingestellt und das Tunnelsystem abgesperrt. Grund war ein sogenannter Tunnelalarm am Wandsbeker Markt, der mehrfach auslöste. Es sei nicht auszuschließen gewesen, dass das Ereignis mit den geflüchteten Tätern im Zusammenhang stand, sagte die Polizei. Nach dem Spezialkräfte die Tunnelanlagen mit negativem Ergebnis durchsucht hatten, wurde der Bahnverkehr wieder freigegeben.

Im Verlauf der weiteren Fahndung wurden im Bereich Nordschleswiger Straße/Tondernstraße vier Männer vorläufig festgenommen und zum Polizeikommissariat 37 gebracht. Die Ermittlungen des Kriminaldauerdienstes erbrachten jedoch keinen Tatverdacht und die Männer wurden im Anschluss wieder entlassen. Das Fluchtfahrzeug wurde zwischenzeitlich in Glinde (Kreis Stormarn) aufgefunden und sichergestellt.

Opfer soll dem Haftrichter zugeführt werden

Der 39-Jährige befindet sich aktuell noch in stationärer Behandlung in einem Krankenhaus. Sobald er transportfähig ist, werde er auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Hamburg einem Haftrichter zugeführt, teilte die Polizei weiter mit.

Nach den ersten Erkenntnissen könnten Streitigkeiten im Zusammenhang mit Betäubungsmitteln Hintergrund der Tat sein. Die weiteren Ermittlungen werden aus diesem Grund vom für Drogendelikte zuständigen LKA 62 geführt.

Die Polizei bittet Zeugen, die das Tatgeschehen beobachtet haben, Hinweise auf die Tatbeteiligten geben können oder weitere Beobachtungen gemacht haben, die mit der Tat im Zusammenhang stehen könnten, sich unter der Hinweisnummer 040/4286-56789 oder an einer Polizeidienststelle zu melden.

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