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Kommentar : Wahl in Hamburg: König Olaf und sein Erfolg

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der dritte Kanzler aus Hamburg?

Es gibt ein sehr, sehr böses Wort von Politikanalysten, die angesichts der Wahlberechtigten nüchtern messen und sagen: Eine Landtagswahl im Saarland ist in etwa so wie die Oberbürgermeisterwahl von Köln. Analog dazu müsste man nun sagen: Die Bürgerschaftswahl in Hamburg ist in etwa so wie...

Nein, das ist sie nicht. Sie ist ein ziemlich deutliches Signal, dass es keine simplen Bundestrends mehr gibt. Die AfD erhielt einen Dämpfer. Der CDU widerfuhr, was zuvor der SPD in Sachsen und Thüringen geschah. Sie wurde an den Rand gedrückt. Auch wenn die Parteivorsitzenden Merkel und Gabriel aus durchsichtigen Gründen immer auf ihren Erfolgen herumreiten: Sie haben allen Grund, sich große Sorgen zu machen.

Insbesondere die Kanzlerin. Kein CDU-Vorsitzender vor Angela Merkel hat es gewagt, die Union derart links zu positionieren. Aber die Früchte ernten andere, jedenfalls in den Großstädten.

Insbesondere Gabriel. Er hat die Partei in der chaotischen Nach-Schröder-Zeit stabilisiert, aber bis auf Brandenburg hat er nichts vorzuweisen. Niemand käme auf die Idee, den Erfolg in Hamburg ihm statt Olaf Scholz zuzuschreiben.

Und so kann Olaf Scholz seine Treueschwüre zu Hamburg wiederholen, sooft er will: Er ist ein Anwärter auf die Kanzlerkandidatur. Er wäre, wenn denn gewählt, nach Helmut Schmidt und Angela Merkel der dritte Hamburger im Kanzleramt. Auf eine merkwürdige Weise verbinden die Deutschen – ob Franken oder Pfälzer, Thüringer oder Hessen, Westfalen oder Niedersachsen, Bayern oder Schwaben – mit einem Hamburger und seiner leicht näselnden Seriosität einen Menschen, der auch die Geschicke der Republik leiten könnte. Olaf Scholz hätte das Zeug dazu, sagen zumindest die Hamburger.

Und die kennen ihn am besten.

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