zur Navigation springen

In Hamburg : Waffenlager zu Hause: Polizist nicht mehr im Außendienst

vom
Aus der Onlineredaktion

Bei einem Hamburger Polizisten waren Waffen und Nazi-Devotionalien entdeckt worden. Suspendiert wurde er aber nicht.

shz.de von
erstellt am 25.Jan.2016 | 19:08 Uhr

Hamburg/Lübeck | Ein Hamburger Polizist, gegen den die Staatsanwaltschaft Lübeck wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz ermittelt, darf seit Montag nur noch im Innendienst arbeiten. Der Beamte sei jetzt an einer anderen Dienststelle tätig, sagte Polizeisprecher Timo Zill. Er bleibe aber im Dienst. Die Staatsanwaltschaft habe die Hamburger Polizei umfassend über die Vorwürfe informiert. „Wir haben nach derzeitigem Erkenntnisstand keine Anhaltspunkte, die eine Suspendierung rechtfertigen würden“, erklärte Zill. Es gelte weiter die Unschuldsvermutung.

Wie die Staatsanwaltschaft am Montag bestätigte, hatten Zollfahnder in dem Wohnhaus des Polizisten ein Waffenlager und Nazi-Devotionalien entdeckt. „Wir ermitteln nicht nur nach dem Waffengesetz, sondern auch wegen Verdachts des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Ralf-Peter Anders, am Montag. Zuvor hatte das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ über den Fund berichtet. 

Anders widersprach jedoch am Montag Angaben, wonach in der Wohnung des Polizisten im südöstlichen Schleswig-Holstein fast tausend Waffen, Waffenteile und Patronen gefunden wurden. „Es wurden unter anderem eine Repetierflinte, 25 verschiedene Munitionsarten, sowie Messer, Wurfsterne und andere Waffen gefunden. Aber es waren deutlich weniger als tausend Teile“, sagte er. „Wir haben keine Hinweise auf Kontakte des Mannes zur rechten Szene“, betonte er auch.

Die Wohnung war bereits am 24. November durchsucht worden, nachdem der Zoll in Mölln (Kreis Herzogtum Lauenburg) eine verbotene Laserzieleinrichtung in einem Paket aus China entdeckt hatte. Gegen den Beamten, der bislang bei der Polizei in Hamburg-Niendorf arbeitete, wurde ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Das ruhe allerdings, solange das Strafverfahren nicht abgeschlossen sei, erklärte Zill. „Bisher ist der Kollege völlig untadelig seinem Dienst nachgegangen.“

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert