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Messungen des Umweltverbandes Nabu : Vor Taufe der „Aida Prima“: Heftiger Streit um Abgase

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Der Naturschutzbund kritisiert die Umweltfreundlichkeit des Schiffes. Die Reederei spricht von „Stimmungsmache“.

shz.de von
erstellt am 06.Mai.2016 | 14:25 Uhr

Hamburg | Einen Tag vor der Taufe des neuen Kreuzfahrtschiffes „Aida Prima“ hat der Umweltverband Nabu die Abgaswerte des Schiffes kritisiert und die Reederei angegriffen. Messungen an der Elbe hätten in der Abgasfahne des Schiffs extrem hohe Konzentrationen von Rußpartikeln ergeben, heißt es in einer Mitteilung des Nabu vom Freitag. „Entgegen aller Werbeversprechen ist die ,Aida Prima‘ keinesfalls das umweltfreundliche Schiff, als das es die Reederei vermarktet“, sagte der Bundesgeschäftsführer des Nabu, Leif Miller. Die gefährlichen Rußpartikel würden nicht wie versprochen reduziert.

Das neue Flaggschiff von Aida Cruises wird am Samstagabend in Hamburg bei den Landungsbrücken getauft. Patin ist Emma Schweiger. Die Taufe wird live im Fernsehen auf NDR und im Internet übertragen. Den Ablaufplan gibt es hier.

In der Abgasfahne des Schiffs hatten die Umweltschützer in Altona und entlang der Elbe eine besorgniserregende Konzentration ultrafeiner Partikel gemessen. Bis zu 160.000 Partikel je Kubikzentimeter zeigten die Messgeräte laut Pressemittelung an. Der Wert liege rund 150-fach über dem, was als „saubere“ Luft gelte. Vor dem Hintergrund der Abgasbelastungen im Hafengebiet lägen die Messergebnisse noch einmal um den Faktor acht höher.

Die Reederei Aida Cruises wies die Vorwürfe des Nabu scharf zurück. „Das ist reine Stimmungsmache“, sagte Umweltdirektorin Monika Griefahn. Die Messungen des Nabu entbehrten jeder wissenschaftlichen Grundlage und seien kein anerkanntes Prüfverfahren. Die „Aida Prima“ verfüge über die weltweit modernsten Umwelttechnologien, die derzeit auf einem Passagierschiffe machbar seien. Allerdings befinde sich das mehrstufige System noch in der Erprobung und sei von den Behörden noch nicht zugelassen. Daher könne es auch noch nicht eingesetzt werden.

Während der Liegezeit im Hafen werde für die Energieversorgung des Schiffs verflüssigtes Erdgas (LNG) genutzt, das kaum Schadstoffe verursacht.

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