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2. Oktober 1984 : Vor 30 Jahren: Barkassenunglück im Hamburger Hafen

vom
Aus der Onlineredaktion

Großalarm im Hamburger Hafen: Mehr als 40 Schiffe von Polizei, Feuerwehr und Zoll waren im Einsatz. Bei dem Barkassenunglück am 2. Oktober 1984 starben 19 Menschen.

shz.de von
erstellt am 02.Okt.2014 | 19:10 Uhr

Hamburg | Was als fröhliche Geburtstagsfeier auf der Elbe begann, endete am 2. Oktober 1984 mit einem der schwersten Unglücke im Hamburger Hafen. 19 Menschen starben bei einem Barkassenunglück, darunter ein Baby, das noch im Kinderwagen an Deck lag.

Die Barkasse „Martina“ war am Köhlbrand mit einer Schute kollidiert, die von dem Schlepper „Therese“ elbaufwärts gezogen wurde. Der Bug und die Leinen der Schute drückten die Barkasse nieder, so dass sie mit Wasser vollläuft und innerhalb von Sekunden sank. Im lediglich zwölf Grad warmen Wasser der Elbe schwammen schreiende Menschen. Die Besatzungen von Schlepper und Schute eilten zur Hilfe und holten 22 Menschen aus dem Wasser heraus. Zwei Geburtstagsgäste werden von dem herbeigeeilten Schlepper „Johanna“ an Bord genommen.

Großalarm im Hafen: Mehr als 40 Schiffe von Polizei, Feuerwehr und Zoll fuhren zum Unglücksort. Mit Scheinwerfern suchten die Einsatzkräfte das Wasser nach Schiffbrüchigen ab, der Schiffsverkehr wurde für drei Stunden gestoppt. Auch die Uferböschungen wurden von den Rettungskräften abgesucht. Nach vier Stunden brach Joachim Peters, Chef der Wasserschutzpolizei, die nächtliche Suche ab.

Am Morgen nach dem Unglück stiegen Taucher zum Wrack hinab, befestigen Stahltrossen an der gesunkenen Barkasse, damit diese gehoben werden konnte. Das Wrack wurde zu einer Werft im Hafen geschleppt und dort von der Polizei genau untersucht.

Im Jahr 1985 legte das Seeamt einen Untersuchungsbericht vor. Als Ursache stellte es fest, dass Kapitän Ulrich Wruck die Vorfahrt nicht beachtet habe. Sein „Sehvermögen“ aber sei ausreichend gewesen. Warum er dennoch die Lichter des Schleppverbandes nicht gesehen hat, wird sich nie klären lassen. Auch Wruck kam bei dem Unfall ums Leben.

Zu einem Gottesdienst für die Opfer des Barkassenunglücks am 11. Oktober 1984 in der St. Michaelis-Kirche kommen rund 1000 Trauergäste. Spürbar betroffen wendet sich der damalige Hamburger Bürgermeister Klaus von Dohnanyi in seiner Rede an die Hinterbliebenen: „Trauer liegt über unserer Stadt. Wir teilen Ihren Schmerz.“

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