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Spielzeit in Hamburg 2017/2018 : Von „Tartuffe“ bis „Panikherz“: Das neue Programm des Thalia Theaters

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„Der Zeitgeist ist gegen uns. Gegen die Künste und gegen die Demokratie“, meint Intendant Joachim Lux zum Programm.

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erstellt am 07.Apr.2017 | 17:06 Uhr

Hamburg | Die Familie als Spiegel gesellschaftlicher Entwicklungen steht im Mittelpunkt der kommenden Spielzeit am Hamburger Thalia Theater. „Als Kleinst- und Kernbiotop unserer Gesellschaften ist sie genauso gefährdet wie die Gesellschaft selbst“, sagte Intendant Joachim Lux am Freitag in Hamburg bei der Präsentation des neuen Spielplans.

Eröffnet wird die Spielzeit 2017/2018 am 8. September mit „Tartuffe“ von Molière in der Regie von Stefan Pucher. Darin zeige sich, wie jemand eine kleine Gesellschaft verführt und dabei seine Absichten noch nicht einmal versteckt.

„Warum geraten wir - und mit uns oft die ganze Familie - so oft unter die Räder, wenn die Welt sich wandelt?“, fragte Lux. Darum gehe es in Luk Percevals Inszenierungen „Liebe“, „Geld“ und „Hunger“ von Emilie Zola, eine Koproduktion mit der Ruhrtriennale. Der Abschlussabend der Trilogie „Hunger“ kommt am 26. September erstmals alleine auf die Bühne des Thalia Theaters. Bereits am 23. September werden alle drei Teile in einem mehrstündigen Theater-Marathon gezeigt.

„Der Zeitgeist ist gegen uns. Gegen die Künste und gegen die Demokratie. Wir haben jetzt das Gefühl, wir müssen das System, in dem wir leben, verteidigen“, sagte Lux. Wie die Demokratie entstanden ist, zeige „Die Orestie“ von Aischylos in einer Inszenierung von Ersan Mondtag. Quasi als Gegenstück dazu veranschauliche Shakespeares „Der Sturm“ (Regie Jette Steckel), wie es einem Herrscher trotz bester Vorsätze misslingt, eine bessere Welt zu erschaffen.

Einen Ausflug in die Welt der Popkultur unternimmt das Thalia Theater mit der Inszenierung von Benjamin von Stuckrad-Barres (42) autobiografischem Buch „Panikherz“. Darin schildert der Autor und einstige Pop-Literat seine großen Erfolge, aber auch gnadenlosen Abstürze. Regie führt Christopher Rüping, der schon den Erfolgsroman „Tschick“ von Wolfgang Herrndorf auf die Bühne gebracht hat.

Aus der Welt der Musik kommt „Dancer in the Dark“, das Regisseur Lars von Trier einst mit der Sängerin Björk verfilmte. Bei der Uraufführung „Hänsel & Gretel - Hungry Hardcore“ ist auch Rammstein-Sänger Till Lindemann mit von der Partie.

Beim Themenfestival „Lessingtage 2018“ vom 19. bis zum 28. Januar 2018 geht es ebenfalls um die Demokratie und ihre aktuelle Gefährdung. Dazu werde Antú Romero Nunes Kleists „Michael Kohlhaas“ inszenierten.

Ausgehend von dem 2015 in der Gaußstraße eingerichteten Café „Embassy of Hope“ lässt Regisseur Gernot Grünewald in seiner Inszenierung „Performing Embassy of Hope“ Schauspieler, Geflüchtete und Zuschauer zu Wort kommen. Auch Schriftsteller Navid Kermani ist mit einer neuen Folge der Reihe „Herzzentrum“ dabei.

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