Kai Markus Xiong : Von Hamburg nach Shanghai: Extrem-Läufer erreicht sein Ziel

<p>Lässt sich auch von zwei gebrochenen Füßen nicht aufhalten: Kai Markus Xhiong bewältigt die letzten Etappen seines Mammutlaufs nach Shanghai im Rollstuhl. </p>

Lässt sich auch von zwei gebrochenen Füßen nicht aufhalten: Kai Markus Xhiong bewältigt die letzten Etappen seines Mammutlaufs nach Shanghai im Rollstuhl.

Kai Markus Xiong hat sich auf dem Weg beide Füße gebrochen. Heute beendet er seinen 12.000-Kilometer-Lauf.

shz.de von
16. Dezember 2017, 10:46 Uhr

Hamburg/Shanghai | Er hat's tatsächlich geschafft: Obwohl sich der Hamburger Kai Markus Xiong bei seinem Mammutlauf von der Hansestadt bis nach China beide Füße gebrochen hat, will er am Sonnabend einen umjubelten Zieleinlauf in Shanghai erleben. Am Vormittag Ortszeit erreicht der 44-Jährige gemeinsam mit seinem Begleiter Victor Neubauer und etlichen chinesischen Läufern die Prachtmeile Bund in der Metropole am Ostchinesischen Meer.

„Ich versuche, die letzten Meter auf alle Fälle ohne Rollstuhl zurückzulegen“, kündigte Markus am Donnerstag gegenüber shz.de an. Wahrscheinlich werde er sich dann auf Krücken stützen, sagte der Abenteurer. „Die letzten Meter will ich aber auf jeden Fall selber gehen.“

Wie berichtet, war der Hamburger Dauerläufer bei seinem 12.000 Kilometer langen „Seidenstraßen-Lauf“ vor zwei Monaten jäh gestoppt worden. 202 Tage nach dem Start an der Hamburger  Elbphilharmonie hatte Markus in der chinesischen Provinz Hubei schwere Verletzungen erlitten, als er einem Auto ausweichen musste. Folge war ein Splitterbruch an beiden Füßen, an weiterlaufen war nicht zu denken. Der Familienvater, der mit einer Chinesin verheiratet ist, will mit dem Projekt die Verbindungen zwischen Deutschland und China stärken.

Nach mehr als 11.000 Kilometern Laufstrecke: Extremsportler Kai Markus in einem Krankenhaus in China.
Kai Markus Xiong
Nach mehr als 11.000 Kilometern Laufstrecke: Extremsportler Kai Markus in einem Krankenhaus in China.
 

Der Pechvogel wurde operiert, seither ist der Rollstuhl sein bevorzugtes Fortbewegungsmittel. Aufgeben kam für ihn dennoch nicht in Frage, und so setzte die Kämpfernatur das Projekt auf andere Weise vor. Freund Victor Neubauer, der die Tour mit einem VW Käfer (Baujahr 1984) begleitet hatte, übernahm die restlichen 1200 Kilometer als Läufer. Die Ankunft verzögerte sich um gut einem Monat. 

„Mit mir geht es gesundheitlich bergauf“, sagte der Ultrarenner. Schmerzen habe er aber weiterhin, auch seien die Füße noch steif. Mit welchen Gefühlen er das Ende des Abenteuers erleben wird, könne er nicht sagen. Noch sei sein Kopf vollauf mit Vorbereitungen beschäftigt. Trotz des Missgeschicks zieht der Hamburger aber eine positive Bilanz seines ungewöhnlichen Vorhabens. „Wir haben viele Menschen erreicht mit der Idee, und wir haben es als Team geschafft, den Lauf zu beenden.“

Die Rückkehr nach Hamburg ist für die Tage zwischen dem 18. und 20. Dezember geplant.

Auf seiner Website dokumentiert der Hamburger seinen Lauf.

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