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Tourismus in Hamburg : Von den Fluren bis zur Fassade: Hamburger Luxushotels in neuem Glanz

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Der Hamburger Hotelmarkt boomt. Wer bei dem Druck mithalten will, muss investieren. Das gilt auch für Betreiber von Luxushotels. Die haben in den vergangenen Jahren Millionen in ihre Prachthäuser gesteckt.

shz.de von
erstellt am 11.Okt.2015 | 10:00 Uhr

Hamburg | „Die Hamburger Hotellerie verzeichnet die höchste Zimmerauslastung Deutschlands“, sagt Tourismus-Chef Dietrich von Albedyll. Im europäischen Vergleich seien nur London und Paris besser gebucht. Die steigenden Auslastungswerte machen die Elb-Metropole für Investoren attraktiv. Das Ergebnis: mehr Konkurrenz auf dem Hotelmarkt. Der Druck steigt – auch im Luxusbereich.

Hamburg wird zunehmend zum Hotspot für Touristen. Das schlägt sich vor allem auf dem Hotelmarkt nieder. 2014 übernachteten laut Statistischem Bundesamt rund sechs Millionen Gäste in der Hansestadt. Seit 2004 hat sich die Zahl mehr als verdoppelt.

Um weiterhin wettbewerbsfähig bleiben zu können, haben sich namhafte Luxusherbergen in Hamburg herausgeputzt. Jüngstes Beispiel: das historische Hotel „Reichshof“. Nach 14-monatiger Umbauzeit feierte das Traditionshaus im September offiziell Wiedereröffnung. „Wir haben die öffentlichen Bereiche sorgfältig restauriert, die Zimmer komplett entkernt und Brandschutz installiert“, sagt Hoteldirektor Folke Sievers.

Bei der Renovierung galt aber nicht, neu ist immer besser, wie er berichtet. „Wichtig war uns, den Charakter des geschichtsträchtigen Hauses und die vielen denkmalgeschützten Elemente zu erhalten – alles was hier antik aussieht, ist es auch“, sagt der Manager. Dabei herausgekommen ist der Stil der 20er Jahre in einem Hotel des 21. Jahrhunderts. Rund 30 Millionen Euro haben die Investoren in den neuen Glanz des über hundert Jahre alten Hauses fließen lassen.

Auch die Schönheitskur des ebenfalls geschichtsträchtigen „Atlantic“ hat mehrere Millionen Euro gekostet. „Mit dem Umbau haben wir uns auf dem Markt als eines der Spitzenhäuser in Hamburg positioniert“, sagt Direktor Peter Pusnik. 2010 startete in dem Grandhotel die zweijährige Renovierung. „Alle 245 Zimmer des Hotels wurden kernsaniert, das neue Interieur-Design folgte hierbei der maritimen Philosophie, die denkmalgeschützte Fassade haben wir akribisch restauriert und die traditionelle Lobby neu in Szene gesetzt“, erklärt Pusnik.

Denn wie beim „Reichshof“ gilt auch hier: Historie verleiht Persönlichkeit und die ist viel Wert auf dem Hotelmarkt. „Neu von der Stange kaufen ist immer leichter – die Kunst ist es, Altes und Ehrwürdiges zu erhalten“, sagt Ingo Peters, Direktor vom „Vier Jahreszeiten“. Wie lohnenswert das sein kann? Nach der Sanierung sei der Umsatz in dem Grandhotel um 25 Prozent gestiegen.

2008 hatte man das Haus für 28 Millionen Euro drei Jahre lang technisch auf neuen Stand gebracht und eine Dachterrasse errichtet. 2014 kamen für weitere 15 Millionen Euro noch kosmetische Arbeiten an der Ausstattung hinzu. Dabei wurden alle Zimmer renoviert und die antiken Möbel des 1897 erbauten Hauses restauriert. „Wir müssen am Ball bleiben: Es kommen immer neue Mitbewerber dazu, das Mehr an Übernachtungen teilt sich eben nicht auf die bestehenden Marktteilnehmer auf“, erläutert der Hoteldirektor.

Mit dem „The Fontenay“ entsteht gerade so ein neuer Marktteilnehmer an der Außenalster. Mindestens 100 Millionen Euro sollen in den Bau gesteckt werden. Es soll das „beste Hotel Deutschlands“ werden – so zumindest der Plan von Investor Klaus-Michael Kühne. Auch ein Grund für das „Le Méridien“, das gegenüber auf der anderen Seite der Außenalster steht, sechs Millionen Euro in die Modernisierung zu investieren.

Der Startschuss fiel Ende September. Bei dem Umbau wird das Restaurant komplett umgebaut und die Zimmer wieder aufgefrischt. Die Lobby und die Rezeption werden neu gestaltet und sollen zum „Le Méridien Hub“ – eine Art Wohnhalle – werden, in der Reisende und Hamburger sich austauschen können. „Wir dürfen nicht schlafen, die anderen schlafen auch nicht“, sagt General Manager Andreas Kirsch.

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