Hamburg : Vom Fußballtor erschlagen – Urteil gegen Trainer aufgehoben

Ein 200 Kilo schweres Tor stürzte im Mai 2013 auf einen Siebenjährigen. Der Junge starb, der Trainer wurde verurteilt. Doch es gibt ein Problem.

shz.de von
06. Mai 2015, 16:05 Uhr

Hamburg | Der Fall des siebenjährigen Jungen, der in Hamburg von einem Fußballtor erschlagen worden war, muss neu aufgerollt werden. Das Hanseatische Oberlandesgericht hob die Verurteilung eines ehrenamtlichen Fußballtrainers wegen fahrlässiger Tötung durch Unterlassen auf, wie das Gericht am Mittwoch mitteilte.

Das Amtsgericht Hamburg-Harburg hatte den Trainer am 27. Oktober 2014 zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 7 Euro verurteilt. Eine andere Abteilung des Amtsgerichts muss jetzt erneut über den Unfall verhandeln.

Am 17. Mai 2013 hatte der Jugendbetreuer nach dem Training die Spieler aufgefordert, die für das Training auf die Pfosten gekippten Tore wieder aufzustellen. Während drei Spieler im Alter von 12 bis 14 Jahren die Tore aufstellen wollten, spielte der Siebenjährige mit einem Freund auf dem Platz Fußball. Ein knapp 200 Kilogramm schweres Tor kippte, der Junge wurde von der Querverstrebung am Kopf getroffen und eingeklemmt. Er starb wenige Stunden später.

Zum Zeitpunkt des Unglücks war der Trainer im Geräteraum. Das Amtsgericht hatte die Verurteilung darauf gestützt, dass dem Angeklagten darum eine Sorgfaltspflichtverletzung vorzuwerfen sei. Das Oberlandesgericht beanstandete nun, dass das Amtsgericht „die Sorgfaltspflichten eines ehrenamtlichen Übungsleiters fehlerhaft bestimmt“ habe. Ein Verhandlungstermin steht noch nicht fest.

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