Alster : Vogelgrippe: Hamburgs Schwäne müssen ins Zelt

Die Hamburger Alsterschwäne müssen vorzeitig in ihr Winterdomizil ziehen.

Die Hamburger Alsterschwäne müssen vorzeitig in ihr Winterdomizil ziehen.

Der Ausbruch der Geflügelpest bringt auch die Arbeit von „Schwanenvater“ Olaf Nieß durcheinander. Gut 120 Alsterschwäne müssen schnellstmöglich in ein überdachtes Winterquartier.

shz.de von
11. November 2016, 16:45 Uhr

Hamburg | Hamburgs Schwäne müssen angesichts der Vogelgrippe früher ins Winterquartier - und kommen in ein Zelt. Für Hamburgs „Schwanenvater“ Olaf Nieß ist Eile geboten. Nach dem Erlass der Stallpflicht für Hamburger Geflügel begann Nieß bereits am Donnerstag damit, die rund 120 Alsterschwäne in ihr Winterquartier zu bringen. Ursprünglich war der Umzug zum Eppendorfer Mühlenteich für kommenden Dienstag angesetzt, sagte Nieß.

Die Tiere werden bis zur Aufhebung des Aufstallungsgebots in einem 500 Quadratmeter großen Zelt mit integriertem Teich unterkommen. Ein so großes Zelt inklusive Wasserbecken habe man beim Hamburger Schwanenwesen allerdings nicht auf Lager. Es müsse bestellt werden.

Camping für Vögel: Die Hamburger Schwäne überwintern im Zelt.
dpa

Camping für Vögel: Die Hamburger Schwäne überwintern im Zelt.

 

Der „Schwanenvater“ rechnet damit, dass die Anlage zwischen Montag und Mittwoch bezugsfertig ist. „Für das Einfangen der Schwäne rechnen wir schon drei Tage ein“, sagte Nieß. Personelle Unterstützung erhalte sein Team vom Umweltdezernat der Stadt Hamburg.

Drei Mal sei ein Schwanenzelt bereits zum Einsatz gekommen. „Die Tiere haben es immer sehr entspannt aufgenommen, von Stress keine Spur“, sagte Nieß. Die Vögel seien regelrecht neugierig gewesen. Interessant sei insbesondere die Gruppenbildung in der überdachten Behausung. „Es entsteht ein richtiger Zyklus. Die ersten baden, die zweiten putzen sich und die dritten fressen. Nach einer Weile wird rotiert.“

Das Einsammeln der Schwäne dauert mehrere Tage.
dpa

Das einsammeln der Schwäne dauert mehrere Tage.

 

Die Hansestadt pflegt traditionell eine besondere Verbindung zu den weiß gefiederten Tieren. Einer Legende zufolge behält Hamburg nur so lang den Status einer freien Hansestadt, wie Schwäne auf der Alster schwimmen. Im Jahr 1674 wurde erstmals die Stelle eines Schwanenbetreuers eingerichtet.

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