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Noch keine Ausbreitung in Hamburg und SH : Virologe warnt vor Tigermücke und Japanischem Buschmoskito

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Exotische Mücken breiten sich auch in Deutschland aus. Sie können gefährliche Krankheiten übertragen. Die Insekten folgen dem globalen Waren- und Reiseverkehr.

shz.de von
erstellt am 25.Apr.2015 | 09:03 Uhr

Hamburg | Insekten aus tropischen Regionen breiten sich nach Beobachtung von Forschern auch in Deutschland aus und bringen gefährliche Krankheitserreger in den Norden. „Die zwei wichtigsten invasiven Stechmückenarten, die uns Sorge bereiten, sind die Tigermücke und der Japanische Buschmoskito“, sagte der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin.

Die Tigermücke, die das Dengue-Fieber übertragen kann, sei bereits in Baden-Württemberg und Bayern zu finden. Der Japanische Buschmoskito habe sich noch sehr viel weiter ausgebreitet, so im Raum Köln/Bonn und sogar bis nach Hannover. Diese Mücke könne das West-Nil-Virus oder auch den Erreger für die Japanische Enzephalitis, eine Gehirnentzündung, übertragen.

Ursache der Entwicklung sei in erster Linie der interkontinentale Waren- und Reiseverkehr, nicht der Klimawandel, betonte Schmidt-Chanasit. Für das Überleben der Tigermücke sei die Winterkälte kein Problem. Ihre Eier überstünden auch Temperaturen um minus 20 Grad, wie die Verbreitung in Japan zeige. „Die Tigermücke könnte rein theoretisch auch in Südschweden vorkommen“, sagte Schmidt-Chanasit. Die von den Plagegeistern übertragenen Viren brauchen dagegen Wärme. Eine längere Hitzeperiode im Juli oder August sei ideal dafür. „Hier kommen wir schon eher in den Bereich, wo wir sagen, dass der Klimawandel eine Rolle spielt“, sagte der Virologe.

Die Behörden in Deutschland haben die Gefahr erkannt. Gefördert vom Bundesumweltministerium arbeiten Insektenforscher seit einigen Jahren an einer deutschlandweiten Karte, auf der das Auftreten der invasiven Mückenarten verzeichnet wird. Im Südwesten Deutschlands setzt die Kommunale Arbeitsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs) das biologische Mittel BTI gegen die Mücken ein, das auch gegen eingeschleppte Exoten wirksam ist.

Hamburg ist bisher noch nicht von den gefährlichen Insekten betroffen. Die Gesundheitsbehörde der Hafenstadt macht nach Schmidt-Chanasits Angaben aber regelmäßige Kontrollen, etwa auf dem Blumengroßmarkt. Da sich exotische Insekten und Spinnen nicht selten in Containern fänden, werden diese gegebenenfalls auch begast. Ein bekanntes Beispiel für den Weg der Tigermücke sei die Pflanze „Lucky Bamboo“, die früher mit einem kleinen Wasserreservoir aus China verschickt wurde. Darin konnten Eier oder Larven der Mücke nach Europa mitreisen.

Wer in Norddeutschland wohnt, hat es aber nur mit der einheimischen lästigen Mücke zu tun. Diese könne zwar auch in Einzelfällen Erreger von Tropenkrankheiten übertragen. Aber: „Das sind Raritäten, es muss keiner in Panik fallen“, sagte Schmidt-Chanasit. „Hier im Norden muss sich eigentlich keiner Sorgen machen.“

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