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Urteil im Geldwäscheprozess : Vier Jahre und sechs Monate Haft für Angeklagten

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Wohin mit den Millionen aus einem Kokaingeschäft? Ein 33-Jähriger hat das Bargeld in die Schweiz gebracht und dort versucht, die Herkunft zu verschleiern. Jetzt wurde er in Hamburg verurteilt.

shz.de von
erstellt am 11.Apr.2014 | 16:25 Uhr

Hamburg | Im Hamburger Prozess um Geldwäsche in Millionenhöhe aus Drogengeschäften hat das Landgericht den 33-jährigen Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und sechs Monaten verurteilt. Die Strafe liegt damit im Rahmen des zuvor vereinbarten „Deals“ zwischen Gericht, Anklage und Staatsanwaltschaft. Die Vereinbarung sah vor, dass das Strafmaß durch ein umfassendes Geständnis des Beschuldigten begrenzt wurde.

Der aus Paraguay stammende Mann hatte beim Prozessauftakt zugegeben, fast 3,3 Millionen Euro zur Geldwäsche in die Schweiz gebracht zu haben. Die Millionen stammten aus dem Verkauf von 500 Kilogramm Kokain. Das Rauschgift war im November 2009 aus Paraguay im Hamburger Hafen eingetroffen und anschließend in ein Lager gebracht worden. Von dort aus wurde es für einen Kilopreis zwischen 30.000 und 35.000 Euro an verschiedene Abnehmer verkauft.

Der Verurteilte soll sich zweimal in Hamburger Hotels mit einem Mann getroffen zu haben, der ihm das Drogengeld übergab. Im Mietwagen brachte der 33-Jährige das Geld anschließend in die Schweiz und zahlte es dort ein. Allein für die zweite Schmuggelfahrt habe er mehr als 20.000 Euro bekommen, hatte der Mann zuvor zugegeben.

Als strafmildernd sah der Richter jedoch nicht nur das „umfassende, von Reue geprägte“ Geständnis des 33-Jährigen an, sondern auch die neun Monate Auslieferungshaft in einem Gefängnis in Brasilien. Dort war der Angeklagte im Februar 2013 gefasst worden, nachdem er mit einem internationalen Haftbefehl gesucht worden war. „Der Angeklagte hatte dort schwer zu leiden“, stellte der Richter fest. Die Bedingungen in der Haft seien „grausam und menschenverachtend“ gewesen. Zwar habe der Mann durch seine Tat ein hohes Maß an Schuld auf sich geladen - dafür jedoch auch schon gesühnt, so der Richter.

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