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Prozessauftakt : Versuchte Geiselnahme – Hamburger vor Gericht

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In einem präparierten Kleiderschrank wollte ein Mann eine Achtjährige gefangen halten und sexuell missbrauchen. Das Kind befreite sich in letzter Minute. Jetzt muss sich der 28-Jährige vor dem Hamburger Landgericht verantworten.

Kurz nach Beginn eines Prozesses um die versuchte Geiselnahme eines achtjährigen Mädchens hat das Hamburger Landgericht am Mittwoch die Öffentlichkeit vom Verfahren ausgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann versuchten schweren sexuellen Missbrauch eines Kindes sowie versuchte Geiselnahme vor. Der 28-Jährige habe das Kind über längere Zeit gefangen halten und sexuell missbrauchen wollen.

Mit dem Ausschluss der Öffentlichkeit noch vor der Anklageverlesung folgte der Vorsitzende Richter einem Antrag der Verteidigung des angeklagten 28-Jährigen. Das sei notwendig gewesen, weil das Krankheitsbild seines Mandanten vielleicht eine große Rolle im Verfahren spiele, sagte der Anwalt des Angeklagten am ersten Verhandlungstag. Der 28-Jährige sitzt seit dem 1. Mai in Untersuchungshaft und wurde Ende August in einer psychiatrischen Klinik untergebracht.

Der kleine, zierliche Mann hatte die Achtjährige am 30. April dieses Jahres auf dem Weg von der Musikschule in Hamburg-Duvenstedt angesprochen und gegen ihren Willen auf die Rücksitzbank seines Autos gezerrt. Als er die Tür verschlossen hatte und losfahren wollte, gelang es dem Mädchen, die Autotür wieder zu öffnen. Es schrie um Hilfe und floh zu Passanten. Da sich ein Zeuge das Autokennzeichen merkte, wurde der damals 27-Jährige in der Nacht festgenommen.

Laut Anklage hatte der Mann geplant, das Mädchen in einem präparierten Kleiderschrank in seiner Wohnung für längere Zeit gefangen zu halten. Bei der Polizei gab der Angeklagte zu, dass er das Kind sexuell missbrauchen wollte. Vor dem Haftrichter hatte er hingegen zu den Vorwürfen geschwiegen. Für den Prozess sind vier Verhandlungstage bis Ende November angesetzt. Im Falle eine Verurteilung drohen dem Mann zwei bis 15 Jahre Haft, sagte eine Sprecherin des Gerichts.

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erstellt am 30.Okt.2013 | 14:26 Uhr

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