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99-Cent-Bar in Hamburg : Vergewaltigung auf der Reeperbahn: Haftbefehl gegen 34-Jährigen

vom

Eine 24-Jährige wurde auf einer Club-Toilette auf dem Hamburger Kiez vergewaltigt. Der Mann wurde festgenommen.

shz.de von
erstellt am 12.Dez.2016 | 19:17 Uhr

Hamburg | Nach dem sexuellen Missbrauch einer 24-Jährigen auf einer Bar-Toilette sitzt der Tatverdächtige in U-Haft. Das Amtsgericht hat am Montag Haftbefehl gegen den 34-Jährigen erlassen. Der mutmaßliche Vergewaltiger aus Marokko war 2015 als Flüchtling nach Hamburg gekommen. Nach Informationen von shz.de saß er im Sommer wegen Diebstahls bereits einmal in U-Haft, wurde später zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, aber nicht abgeschoben.

Die Tat ereignete sich in der Nacht zum vergangenen Sonntag in der Bar „99 Cent“ an der Großen Freiheit auf St. Pauli. Nach Angaben der Polizei hatte die junge Frau zunächst auf der Tanzfläche einen „Annäherungsversuch“ des Mannes abgewehrt. Gegen 3.45 Uhr sei dieser ihr auf die Toilette gefolgt, habe sie in eine der Kabinen gezogen und die Tür verschlossen. Sodann soll der 34-Jährige gegen den Willen der 24-Jährigen sexuelle Handlungen an ihr vorgenommen haben. Das Opfer konnte sich selbst befreien und das Personal verständigen. Dieses rief die Polizei, die die Bar umstellte und den Tatverdächtigen noch auf der Toilette festnahm. Die Ermittler halten die Darstellung der jungen Frau zum Tatablauf für glaubhaft.

Laut Staatsanwaltschaft war der Asylbewerber zuvor wegen zweier Straftaten in Hamburg aufgefallen und festgenommen worden. In einem Fall habe er sich in einem Restaurant einschließen lassen und dort ein Smartphone gestohlen. Im anderen Fall soll er Schuhe entwendet haben. Der 34-Jährige kam im Sommer in U-Haft. Im Oktober sprach ein Gericht den Asylbewerber schuldig und verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten auf Bewährung. Der Marokkaner wurde daraufhin aus dem Gefängnis entlassen.

Warum er trotz der Verurteilung nicht in seine Heimat zurückgeführt wurde, blieb bislang unklar. Die Ausländerbehörde im Einwohnerzentralamt der Innenbehörde konnte diese Frage zunächst nicht beantworten.

Nach den massenhaften Übergriffen von Migranten auf junge Frauen in der Silvesternacht 2015 hatte der Bund die Abschiebemöglichkeiten vereinfacht. Flüchtlinge können demnach bereits nach Bewährungsurteilen zurückgeführt werden. Allerdings gilt diese Verschärfung des Asyl- und Abschieberechts für Straftaten gegen das Leben, gegen die sexuelle Selbstbestimmung sowie bei Angriffen gegen Polizisten.

Die Betreiber der Bar „99 Cent“ reagierten erschüttert auf den Vorfall. Sie schreiben auf Facebook: „Wir verurteilen jegliche Art von Übergriffen und Gewalt gegen Frauen aufs tiefste und zwar unabhängig von Staatsangehörigkeit,Glaubensrichtung,Hautfarbe oder ähnlichem der Täter“ und setzen hinzu: „Idioten bleiben Idioten.“

 

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