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Jahresbericht 2015 : Verfassungsschutz: So extremistisch ist Hamburg

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Hamburgs Verfassungsschutz präsentiert in seinem Jahresbericht 2015 neueste Erkenntnisse über die extremistische Szene in der Hansestadt.

shz.de von
erstellt am 13.Jun.2016 | 06:29 Uhr

Hamburg | Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) stellt am Montag (12.30 Uhr) den Verfassungsschutzbericht 2015 für die Hansestadt vor. Zusammen mit Verfassungsschutzchef Torsten Voß will er erläutern, wie sich die extremistische Szene im vergangenen Jahr entwickelt hat.

Ein Blick in die Zahlen des Vorjahres:

Islamisten: Bereits 2014 hatte der Verfassungsschutz einen massiven Anstieg bei der Zahl der Anhänger des bewaffneten Dschihad beobachtet. Insgesamt sei sie zwischen 2013 und 2014 von 70 auf 240 gestiegen - und habe sich 2015 weiter auf 270 erhöht. Inzwischen liege die Zahl sogar bei 305. Die Zahl der Islamisten insgesamt beziffert die Behörde derzeit auf 1185 - 120 mehr als im Jahr 2015 und 230 mehr als 2014. Ursache für die steigende Zahl ist nach dpa-Informationen nicht allein der in Deutschland zu beobachtende Zulauf zu den Extremisten. Ins Gewicht falle auch die seit 2014 intensive Beobachtung der Szene und deren sozialer Netzwerke durch den Verfassungsschutz.

Nach Einschätzung des Verfassungsschutzes sind seit 2012 rund 70 Hamburger Dschihadisten in Richtung Syrien oder Nordirak gereist, um sich dort an den Kämpfen zu beteiligen. Mutmaßlich 20 seien dabei ums Leben gekommen. Etwa ein Drittel aller Ausgereisten sei wieder in Hamburg und werde intensiv von den Behörden beobachtet.

Linksextreme: Im Bereich des Linksextremismus gab es 2014 kaum Veränderungen. Die Zahl der Linksextremisten sei mit 1110 annähernd gleich geblieben.

Die Zahl der politisch motivierten Kriminalität aus dem linken Lager sei mit 853 im Vergleich zu 2013 leicht gesunken, die darin enthaltenen linksextremistischen Straftaten sanken von 297 auf 248. Die Zahl der Gewaltdelikte stieg dagegen von 187 auf 219.

Rechtsextreme: Ein ähnliches Bild zeigte sich beim Rechtsextremismus. Deren Anhängerzahl stieg leicht von 330 auf 340, wobei 150 von ihnen als gewaltbereit einstuft werden. Bei den politisch motivierten Straftaten (296) verzeichnete der Verfassungsschutz ebenso wie bei den rechtsextremistischen Straftaten (278) und rechtsextremistischen Gewalttaten (17) einen Rückgang.

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