zur Navigation springen

Bericht des Fisch-Informationszentrums : Verbraucher kaufen mehr höherwertigen Fisch

vom

Fisch und Meeresfrüchte erfreuen sich seit Jahren einer steigenden Beliebtheit bei den Verbrauchern. Die Branche sieht sich trotz statistischer Unklarheiten auf Wachstumskurs. Die Ansprüche der Kunden steigen.

Hamburg | Die Verbraucher in Deutschland entscheiden sich beim Kauf von Fisch und Meeresfrüchten zunehmend für höherwertige und teurere Produkte. Bei einer unveränderten Einkaufsmenge von knapp 410.000 Tonnen hatten die Einkäufe insgesamt einen Wert von 3,4 Milliarden Euro, das sind 4,3 Prozent mehr als im Vorjahr, wie das Fisch-Informationszentrum (FIZ) am Donnerstag in Hamburg mitteilte. Dabei gewannen Lachs und Forelle Marktanteile, während Hering und Pangasius zurückfielen. „Der Markt hat durch eine Vielzahl von Maßnahmen neue Impulse erhalten“, sagte der FIZ-Vorsitzende Thomas Lauenroth. Dazu zählten nicht nur Verbesserungen bei Kühltruhen und Verpackungen, sondern auch zunehmende Transparenz und Informationen zur Herkunft des Fischs.

Im laufenden Jahr rechnet das FIZ mit einem Wachstum von einem Prozent in der Menge und drei Prozent beim Wert. Im Widerspruch dazu ging der Pro-Kopf-Verbrauch von 14,8 auf 13,7 Kilogramm zurück. „Das ist uns ein Rätsel und wir halten es für unrealistisch“, sagte Lauenroth. Alternative Berechnungen wiesen auf eine stabile Verfassung des Marktes hin. Grund für die Abweichung könnten statistische Ungenauigkeiten bei der Erfassung des Handels innerhalb der EU sein. Die Fischwirtschaft profitiere auch davon, dass Discounter wie Aldi und Lidl in ihren Filialen vermehrt Fischtheken einrichteten. „Damit wird Frischfisch für mehr Verbraucher erreichbar und das fördert den Absatz“, sagte FIZ-Geschäftsführer Matthias Keller. Die Discounter verkaufen mehr als 40 Prozent aller Fische und Fischprodukte, die restlichen Super- und Verbrauchermärkte nochmals 37 Prozent.

Der deutsche Markt wird dominiert von Tiefkühl-Erzeugnissen wie Fischstäbchen oder Fertigfilets mit einem Anteil von 30 Prozent. Deshalb ist der Alaska-Seelachs, der als Grundlage vieler dieser Produkte dient, mit einem Anteil von 22,3 Prozent der beliebteste Fisch in Deutschland, vor Lachs, Hering, Thunfisch und Forelle. Das zweite wesentliche Marktsegment sind Marinaden und Konserven mit 27 Prozent Marktanteil. Der Rest entfällt auf Krebs- und Weichtiere (14 Prozent), Räucherfisch (12 Prozent) und Frischfisch (10 Prozent).

Unterdessen hat der Verband der Kutter- und Küstenfischer sich gegen die von der EU-Kommission vorgeschlagene Reduzierung der Dorsch-Fangquote in der westlichen Ostsee gewandt. Die Absenkung um 48 Prozent beruhe nicht auf einer krisenhaften Situation des Bestandes, vielmehr sollten ehrgeizige Ziele für diesen Bestand innerhalb eines Jahres durchgesetzt werden, hieß es am Donnerstag vom Verband. Die Gemeinsame Fischereipolitik sehe aber ein schrittweises Verfahren vor, um soziale Härten abzumildern. Die Absenkung der Quote bedeute für viele kleine Familienbetriebe an der deutschen Ostseeküste eine Halbierung des Einkommens, Ausweichmöglichkeiten gebe es nicht.

zur Startseite

von
erstellt am 04.Sep.2014 | 13:32 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen