Evakuierungen und Busausfälle : US-Fliegerbombe in Hamburg-Wilhelmsburg wurde entschärft

Ein Polizeifahrzeug sperrt die Zufahrt zum Stadtteil Wilhelsburg ab.

Ein Polizeifahrzeug sperrt die Zufahrt zum Stadtteil Wilhelsburg ab.

Der Kampfmittelräumdienst hat die 500 Pfund schwere Bombe in der Rotenhäuser Straße entschärft.

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21. November 2018, 18:48 Uhr

Der Fund einer Fliegerbombe in Hamburg-Wilhelmsburg hat am Mittwoch mehr als 5000 Anwohner zu Vorsichtsmaßnahmen gezwungen. Der bei Bauarbeiten entdeckte Sprengkörper mit Aufschlagzünder konnte nach Angaben der Feuerwehr erfolgreich entschärft werden. Der Blindgänger lag in einem vier Meter tiefen, mit Wasser gefüllten Schacht und musste zunächst mit Hilfe eines Tauchers geborgen werden, wie ein Feuerwehrsprecher erklärte.

Weiterlesen: Fliegerbombe in Hamburg-Wilhelmsburg gefunden – Sperrradius von 300 Metern

Rund 1300 Menschen waren aufgefordert worden, ihre Wohnungen zu verlassen. Auch ein Altenheim und eine Stadtteilschule wurden geräumt. In einem Warnradius von 500 Metern hatten die Menschen Anweisung, sich in hintere Räume ihrer Wohnungen zurückzuziehen. Im abendlichen Berufsverkehr musste auch die viel befahrene Wilhelmsburger Reichstraße gesperrt werden. Mehrere Buslinien wurden umgeleitet.

Bei dem Blindgänger handelte es sich um eine amerikanische 500-Pfund-Bombe. Erst am Dienstag vergangener Woche war im Hamburger Schanzenviertel eine britische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft worden. Dieser Blindgänger war ebenfalls 500 Pfund schwer und mit einem Aufschlagzünder versehen.

In Kiel soll am Donnerstag eine 250 Pfund schwere Brandbombe unschädlich gemacht werden. 550 Anwohner müssen ihre Wohnungen im Stadtteil Düsternbrook verlassen. Kiel und Hamburg waren im Zweiten Weltkrieg häufiges Ziel schwerer Luftangriffe. Allein bei der sogenannten Operation Gomorrha im Sommer 1943 wurden rund 8500 Tonnen Spreng- und Brandbomben über Hamburg abgeworfen. Rund 125.000 Menschen wurden verletzt, etwa 35.000 Menschen starben.

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