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Einbetonierte Leiche, Tayler und Lara Mia : Urteile in drei prominenten Hamburger Kriminalfällen rechtskräftig

vom
Aus der Onlineredaktion

Es geht um zwei zu Tode misshandelte Babys und einen getöteten Schutzgeldpresser. Die Fälle im Überblick.

shz.de von
erstellt am 17.Jul.2017 | 20:21 Uhr

Hamburg | Die Urteile des Hamburger Landgerichts zu zwei nach Misshandlungen gestorbenen Babys und zur Tötung eines Schutzgelderpressers sind rechtskräftig. Das entschied der Bundesgerichtshof. Die Fälle im Überblick.

Einbetonierte Leiche in St. Georg

In diesem Restaurant im Hamburger Stadtteil St. Georg wurde die Leiche gefunden.
In diesem Restaurant im Hamburger Stadtteil St. Georg wurde die Leiche gefunden. Foto: Bodo Marks (Archiv)
 

Der Bundesgerichtshof habe die Revision gegen den Freispruch im Fall der einbetonierten Leiche verworfen, teilte ein Gerichtssprecher am Montag in Hamburg mit. Das Landgericht hatte den tödlichen Schuss eines 51 Jahre alte Wirts auf den Schutzgelderpresser als Notwehr gewertet. Der Wirt aus dem Stadtteil St. Georg hatte gestanden, den 49-Jährigen bei einer Rangelei im Herbst 2015 mit dessen Pistole getötet zu haben. Die Leiche versteckte der damals 51 Jahre alte Wirt in einer Grube im Nebenraum der „Casa Alfredo“. Die Revision der Angehörigen des Schutzgelderpressers als Nebenkläger sei unbegründet, entschied der Bundesgerichtshof.

Baby Tayler zu Tode geschüttelt

Der 27-Jährige muss lange in Haft.

Der Stiefvater des zu Tode geschüttelten Taylers.

Foto: dpa
 

Ebenfalls verwarf das Karlsruher Gericht die Revision des Stiefvaters des kleinen Taylers. Der damals 26-Jährige hatte das Baby im Dezember 2015 so stark geschüttelt, dass es wenige Tage später im Krankenhaus an schweren Hirnverletzungen starb. Das Landgericht hatte ihn wegen Totschlags zu elf Jahren Gefängnis verurteilt.

Tod von unterernährter Lara Mia

Auch der Stiefvater des unterernährten Babys Lara Mia, das im März 2009 gestorben war, muss seine Verurteilung zu drei Jahren und acht Monaten hinnehmen. Der Bundesgerichtshof erklärte auch diesen Revisionsantrag für unbegründet, wie der Gerichtssprecher weiter mitteilte. Das Hamburger Landgericht hatte den zur Tatzeit 20 Jahre alten Angeklagten des versuchten Totschlags durch Unterlassen, gefährlicher Körperverletzung und Verletzung der Fürsorgepflicht schuldig gesprochen.

Das neun Monate alte Mädchen hatte bei seinem Tod nur 4,8 Kilogramm gewogen, halb so viel wie in seinem Alter normal. Rechtsmediziner konnten jedoch nicht eindeutig feststellen, ob Lara Mia an Unterernährung oder an plötzlichem Kindstod starb. Das Gericht kam zum Ergebnis, dass das Baby bei intensivmedizinischer Versorgung mit großer Wahrscheinlichkeit überlebt hätte, wenn der Stiefvater mit dem Kind zum Arzt gegangen wäre.

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