Immobilienkrise : Urteil in Dänemark: Millionenstrafe für HSH Nordbank

Neuer Ärger für die HSH Nordbank: Die Bank muss dem dänischen Staat umgerechnet rund 20 Millionen Euro zahlen.

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27. Januar 2015, 15:35 Uhr

Hamburg/Kopenhagen | Die HSH Nordbank muss nach dem Urteil eines Gerichts in Kopenhagen 150 Millionen Kronen (rund 20,1 Millionen Euro) an die dänische Finansiel Stabilitet – ein Institut vergleichbar mit dem deutschen Finanzmarktstabilisierungsfonds (Soffin) – zahlen. Die Landesbank für Schleswig-Holstein und Hamburg habe ein 2007 an die ein Jahr später zusammengebrochene Roskilde-Bank gewähltes Darlehen über 100 Millionen Kronen zu Unrecht mit einer Einlage in gleicher Höhe verrechnet, urteilte das Östliche Landesgericht in Kopenhagen.

Die HSH hatte in dem seit 2008 laufenden Verfahren darauf verwiesen, dass die Roskilde-Bank bei der Darlehensvereinbarung nicht mit offenen Karten gespielt habe. Dabei ging es um ein Darlehen von 13 Millionen Euro sowie eine von der HSH Nordbank zugleich platzierte Einlage in gleicher Höhe. Die Richter befanden dagegen, dass das einst zehntgrößte dänische Kreditinstitut wegen mangelnden Eigenkapitals bereits vor dem Jahr 2007 habe geschlossen werden müssen.

Die Roskilde-Bank war mit der Immobilienkrise ins Trudeln geraten und 2008 von der Finansiel Stabilitet übernommen worden. Ein HSH-Sprecher bestätigte das Urteil. Juristen der Bank werteten die 180 Seiten lange Begründung derzeit aus und prüften rechtliche Schritte. Auswirkungen auf den Jahresabschluss der HSH Nordbank werde das Urteil nicht haben. Es seien Rückstellungen für den Fall einer gerichtlichen Niederlage gebildet worden.

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