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Überlastetes Nadelöhr : Umbaupläne: So will Hamburg seinen Hauptbahnhof fit machen

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Neuer Zugang im Süden und Überbauung von Gleisen: Hamburg sucht den Durchbruch für den Hauptbahnhof.

shz.de von
erstellt am 19.Mai.2017 | 18:53 Uhr

Hamburg | Hamburg plant einen Befreiungsschlag für seinen Hauptbahnhof. Er halte eine Öffnung des Südfassade für „unverzichtbar“, sagte Verkehrssenator Frank Horch (parteilos) jetzt im Fachausschuss der Bürgerschaft. Die Deutsche Bahn AG als Hausherr ist nicht abgeneigt, prüft den Vorschlag neben anderen aber noch in einer Machbarkeitsstudie.

Hamburgs Hauptbahnhof gilt als Nadelöhr im nordeuropäischen Bahnverkehr. Die Gleis- und Bahnsteigkapazitäten sind begrenzt und können den Bedarf kaum noch decken.

Ein neues Portal zur Steintorbrücke samt Verlängerung der Halle nach Süden, so die Idee, soll den oft völlig überfüllten Südsteg (96.000 Nutzer täglich) entlasten. Im Zuge des Umbaus möchte die Stadt die Steintorbrücke obendrein zum Teil einer Kommunaltrasse als Verbindung zur Mönckebergstraße machen, private Pkw aussperren. Von der umgestalteten Brücke aus soll es erstmals auch direkte Niedergänge zu den Bahnsteigen geben. Ob diese Öffnungsvariante realistisch ist und wann sie kommen soll - das will die Deutsche Bahn im kommenden Jahr entscheiden.

Ein Zubau von Gleisen – auch unterirdisch – ist in dem 111 Jahre alten, denkmalgeschützten Komplex nicht möglich. Eng ist es nicht nur für Züge, auch die Passagiere von Fern-, Regional-, S- und U-Bahnen sowie Kunden der Wandelhallenshops und der Gastrobetriebe drängen sich auf beengtem Raum. Mit täglich 530.000 Reisenden und Besuchern platzt Deutschlands meist frequentierter Hauptbahnhof aus allen Nähten, doch ein Gegenmittel war bisher nicht in Sicht. Nun liegen erstmals konkrete Vorschläge zur Engpasserweiterung auf dem Tisch.

Gegenstand der Machbarkeitsstudie ist auch eine Teilüberbauung von Gleisen am nördlichen Ausgang bis hin zur Ernst-Merck-Brücke. So würde überirdisch neuer Platz gewonnen, um Wünsche wie ein Fahrradparkhaus und eine „Switchh“-Umsteigestation zu erfüllen.

Für den Hachmannplatz östlich des Bahnhofs prüfen die Bahn und die Stadt zudem die Möglichkeit eines „Marktplatz“-Konzepts mit Cafés, Platz zum Verweilen sowie einer überdachten Galerie. Unter dieser sollen Fahrgäste außerhalb der Bahnhofshalle trockenen Fußes zur Wandelhalle gelangen, ohne über die Bahnsteige laufen zu müssen. Markus Lorenz

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