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Neues vom HSV : #tshirtgate: von wegen „erstklassig“, Beiersdorfer hält vorerst zu Knäbel

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Aus der Onlineredaktion

Nach #rucksackgate und Pokalblamage hat sich auch die Merchandising-Abteilung des HSV eine dicke Panne geleistet. Heute redet das Netz von #tshirtgate. Peter Knäbel schließt einen Rücktritt aus.

Hamburg | Ein Anflug von Chaostagen geht über den Hamburger SV darnieder. Der Bundesliga-Dino schafft es kurz vor dem ohnehin kniffligen Saisonbeginn gegen den übermächtigen Angstgegner Bayern München einfach nicht aus den Schlagzeilen – und überall lauert die Häme. Nach dem peinlichen Pokal-Aus gegen Carl-Zeiss-Jena und dem Rucksack-Skandal meldet sich heute auch noch der frühere Kapitän Felix Magath zu Wort.

Wie es scheint, häufen sich in diesen Tagen auf allen Aktivitätsfeldern des Clubs die Pannen. Das gilt auch für das Merchandising. Das T-Shirt „Stadion“ – ein offizielles Produkt aus dem Fan-Shop – sorgt am Mittwoch für Trubel und Spott. Auf dem Kleidungsstück mit dem Schriftzug „Nur der HSV“ sind unterhalb der übergeblendeten Raute mehrere Fotos von Zuschauermassen im Stadion zu erkennen. Die Choreografie unten links zeigt den Schriftzug „erstklassig“. Das trifft zwar inhaltlich auf den HSV zu, doch dieses Fanaktion stammt in Wahrheit aus der Ostkurve des Berliner Olympiastadions. Anhänger von Hertha BSC hielten die Papptafeln vor zwei Jahren hoch – im Spiel gegen die Rothosen.

Aufmerksam gemacht auf die Panne des Tages hatte der ehemalige HSV-Vorsänger Johannes „Jojo“ Liebnau über Twitter. Der HSV hat das Produkt inzwischen aus dem Online-Angebot genommen.

Der Rucksack-Skandal, auch unter #rucksackgate diskutiert, schwelt weiter. Der Hamburger SV will mit einer lückenlosen Aufklärung der Affäre verlorenes Vertrauen zurückgewinnen. Der HSV-Vorstandsvorsitzende Dietmar Beiersdorfer warnte davor, den in der Kritik stehenden Sportdirektor Peter Knäbel vorzuverurteilen. Wirtschaftsprüfer sollen nun mit dem Fall betraut werden.

„Wir haben Peter das Vertrauen ausgesprochen, und wir haben auch Vertrauen in ihn. Es ist noch nichts aufgeklärt“, sagte der Clubchef am Mittwoch bei einer Pressekonferenz des Fußball-Bundesligisten in Hamburg. „Peter arbeitet hier 24 Stunden rund um die Uhr für den Club und tut dies mit aller Leidenschaft und Professionalität“. Beiersdorfer beteuerte, nichts kleinreden und alles lückenlos aufklären zu wollen.

Eine Altenpflegerin hatte die Unterlagen in einem Rucksack entdeckt, der Knäbel nach dessen Angaben gestohlen worden war. Darin Befanden sich vertrauliche Dokumente wie Gehälter der Profis, Prämienzahlungen und Vertragsdetails.

Beiersdorfer erklärte, Knäbel habe Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt und der HSV zusätzlich ein Wirtschaftsprüfungsunternehmen zur Aufklärung der Vorgänge beauftragt. Es sei ein „laufendes Verfahren“, das man erst weiter kommentieren wolle, wenn Ergebnisse vorliegen. „Es ist selbstverständlich, dass wir hinter unserem Mitarbeiter stehen und es keine Vorverurteilung gibt“, betonte der ehemalige HSV-Abwehrspieler.

Knäbel will die Aufklärung des Falls abwarten und schließt einen Rücktritt aus: „Eigentlich bin ich doch das perfekte Bauernopfer. Wenn ich mich entschließen würde, meine Sachen hinzuschmeißen, dann fragt in ein paar Tagen keiner mehr“, sagte er dem Hamburger Abendblatt: „Aber das wird nicht passieren.“

Derzeit soll Knäbel normal weiterarbeiten. Am Mittwoch wurde nach Informationen von „Sky Sport News HD“ schon der Spielerberater von Nicolai Müller bei Knäbel vorstellig und wollte Auskunft über die Affäre. Der Ex-Mainzer gehört zu den vier HSV-Profis, denen der Club hohe Strafen wegen des falschen Schuhausrüsters aufgebrummt hat.

Trotz der negativen Schlagzeilen abseits des Rasens hofft Beiersdorfer auf eine bessere Spielzeit als in den vergangenen beiden Jahren, als der Verein sich erst in der Relegation rettete. „Natürlich muss sich die Einstellung fundamental nach oben entwickeln, um in der Bundesliga leistungsfähig zu sein“, betonte der 51-Jährige. Dennoch gehe der Club positiv in die Spielzeit: „Wir sind überzeugt, dass wir eine bessere Saison als letztes Jahr spielen und wollen den Schritt ins Mittelfeld tun.“ Der Grippe-geplagte Trainer Bruno Labbadia fordert gegen die Bayern ein ganz anderes Gesicht seiner Mannschaft: „Wir müssen über hohe Laufbereitschaft kommen und auch Gegendruck erzeugen.“ Wahrscheinlich wird Kapitän Johan Djourou nach auskurierter Leistenblessur für den Brasilianer Cléber (Nackenprobleme) im Abwehrzentrum verteidigen.

Felix Magath sieht für den Saisonstart schwarz. „Das Spiel ist abgehakt“, sagte der frühere Nationalspieler des Hamburger SV bei einem gemeinsamen Termin der „Hamburger Morgenpost“ und des Pay-TV-Senders Sky über die Partie am Freitag (20.30 Uhr) beim Meister. Und meinte damit: Keine Chance.

Trotz des neuerlichen Fehlstarts hält der 62-Jährige allerdings an seiner Prognose fest, dass die Hanseaten Elfte werden und diesmal mit dem Abstiegskampf nichts zu tun haben. Er bleibe dabei, sagte Magath: „Es wird besser als letzte Saison. Aber gut wird es dennoch nicht.“ Kritik äußerte der derzeit bei keinem Verein unter Vertrag stehende Coach an der Einstellung der HSV-Profis. „Ich war der Meinung, dass nach Rafael van der Vaarts Weggang andere Spieler Verantwortung übernehmen würden. Aber da war keiner zu sehen, der auch nur den Ansatz zeigt“, monierte er.

Ebenfalls wettert der für seine Kauflaune auf dem Spielermarkt bekannte Meistertrainer gegen die so gelobte Transferpolitik. Es sei ihm „ein Rätsel“, warum man in Jonathan Tah (für angeblich zehn Millionen Euro zu Bayer Leverkusen) sein größtes Talent verkauft habe. Magath glaubt darüber hinaus, dass die vom HSV Verpflichteten „von den Spielern nicht akzeptiert werden. Und sich dadurch keine Homogenität in der Mannschaft einstellt.“

Für Fußball-Weltmeister Jérôme Boateng ist die schon wieder angespannte Lage beim Hamburger SV bezeichnend für das Gesamtbild seines Ex-Clubs. „Es passt irgendwie alles zusammen. Schade, was da in Hamburg passiert“, sagte Boateng am Mittwoch in München. Für das Eröffnungsspiel am Freitag (20.30 Uhr) sei diese Situation aber auch „gefährlich“ für den FC Bayern als klaren Favoriten. Zuletzt hatten die Münchner den HSV im Februar dieses Jahres im eigenen Stadion mit 8:0 abgefertigt.

Weiterhin arbeiten die Hanseaten an einer einjährigen Leihe des kroatischen Top-Talents Alen Halilović (19) vom FC Barcelona. Die Katalanen fordern laut Medienberichten eine Einsatzgarantie für mindestens 20 Spiele. Die Verhandlungen gelten als weit fortgeschritten. Eine Kaufoption steht nicht zur Debatte.

Das Fußball-Magazin „11 Freunde“ hat sich zum Saisonstart etwas ganz Besonderes einfallen lassen: „Das kleine HSV Bingo“.

Das kann ja heiter werden.Mit besten Empfehlungen unserer Freunde von Schlecky Silberstein

Posted by 11 FREUNDE on  Mittwoch, 12. August 2015

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erstellt am 12.Aug.2015 | 11:17 Uhr

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