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Spatenstich in Hamburg : Trotz Kritik: Überseequartier soll Herzstück der Hafencity werden

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Aus der Onlineredaktion

Büros, Wohnungen und ein Einkaufscenter sollen entstehen. Händler in der City und Initiativen kritisieren das Projekt.

Hamburg | Es soll das Herzstück der Hamburger Hafencity werden: Das französische Immobilienunternehmen Unibail-Rodamco feierte am Dienstag den ersten Spatenstich für das südliche Überseequartier. „Das Überseequartier wird ein Herzstück der HafenCity, ein offener und belebter Stadtraum“, sagte Bürgermeister Olaf Scholz (SPD). „Es muss zu unserem städtebaulichen Prinzip einer weltoffenen und begehbaren Stadt passen. Wir wollen ein lebendiges Viertel aus vielen Einzelhäusern, Cafés, Restaurants, Büros und auch Wohnungen, mit einer guten Verbindung und mit Einkaufsmöglichkeiten, die so attraktiv sind, dass sie die ganze Innenstadt bereichern.“

Nach der Elbphilharmonie ist das Überseequartier eines der größten Bauvorhaben der Hansestadt. Hier sollen auch Läden beherbergt werden - der stationäre Handel befürchtet Umsatzrückgänge.

Bis 2021 sollen auf dem 260.000 Quadratmeter großen Areal ein Einkaufsquartier mit 80.500 Quadratmetern Verkaufsfläche und 200 Läden auf drei Ebenen entstehen. Mit durchsichtigen Dächern sind die einzelnen Gebäude miteinander verbunden und die Passanten vor Wind und Regen geschützt. Gleichzeitig soll laut Hafencity Hamburg GmbH „im Unterschied zu voll klimatisierten geschlossenen Mallkonzepten der offene Straßenraum und der öffentliche Charakter der Freiräume zwischen den Gebäuden erhalten bleiben“. Außerdem sind drei Hotels, 400 Wohnungen sowie Büros geplant. Das bestehende Kreuzfahrtterminal soll städtebaulich besser integriert werden. Hingucker an der Elbseite sind zwei 60 Meter hohe Zwillingstürme und ein Büroturm des Star-Architekten Christian de Portzamparc.

Unibail-Rodamco will rund 960 Millionen Euro für das größte Bauprojekt der gesamten Unternehmensgruppe investieren. „Wir sind stolz, als Partner der Stadt Hamburg an der Entwicklung der Hafencity, Europas größtem innerstädtischen Bauprojekt in einer der dynamischsten Regionen des Kontinents, teilzuhaben“, sagte der Vorstandsvorsitzende Christophe Cuvillier. Nach dem Spatenstich beginnt das Unternehmen, das in Deutschland 25 Shopping-Center betreibt, mit dem Aushub der Baugrube, die im Laufe des Jahres fertiggestellt werden soll. Für Anfang 2018 ist die Grundsteinlegung geplant, an die sich die Hochbauphase anschließt.

Händler stehen Vorhaben skeptisch gegenüber

Händler in der City befürchten einen Umsatzrückgang von bis zu 15 Prozent. Die Initiative „Lebenswerte HafenCity“ kritisiert das Vorhaben ebenfalls und sieht „ein deutliches Übergewicht von Kommerz gegenüber Lebenskultur“. Die aktuellen Planungen führten zu Hamburgs größtem geschlossenen Shoppingcenter, Verlust des freien Blicks zur Elbe und zu massiven Verkehrsströmen. „Das ist keine moderne Stadtplanung, sondern ein Rückschritt in die 1960er und 1970er Jahre“, sagte Architektin Iris Neitmann. Gefragt sei ein Gesamtkonzept „für ein lebenswertes Viertel“. Noch sei es nicht zu spät, die Pläne zu überarbeiten. Die Initiative will ihre Vorschläge am 19. April vorstellen.

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erstellt am 04.Apr.2017 | 17:01 Uhr

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