Neues Fotobuch : Traditionsschiffe: Hamburgs maritime Schätze

Schifffahrtsjournalist Eigel Wiese im Einsatz auf einer Regatta.

Schifffahrtsjournalist Eigel Wiese im Einsatz auf einer Regatta.

Der Blankeneser Schiffsnarr Eigel Wiese zeigt in seinem Fotobuch noch fahrende Traditionsschiffe auf Elbe und Alster.

shz.de von
23. Juni 2018, 15:08 Uhr

Der Hamburger Hafen ist Heimat der größten Traditionsschiffsflotte Europas. Eigel Wiese, Fotograf, Journalist und Buchautor, zeigt in seinem neuesten Buch „Hamburgs Maritime Schätze – an Bord der Traditionsschiffe auf Elbe und Alster“ in Text und Fotos schöne, alte Schiffe in Fahrt. Von der Cap San Diego, dem größten, fahrtauglichen Museumsschiff der Welt, über den Eisbrecher Stettin, ein kohlegefeuertes, seegehendes Dampfschiff, bis hin zu segelnden Ewern und einsatztauglichen Schwimmkränen.

Viel erfährt der Leser in dem reich illustrierten Buch auch über die bewegte Geschichte der schwimmenden Museumsstücke, die aufwändige Restaurierung und das Engagement der ehrenamtlichen Helfer. Im Vorwort schreibt Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch: „Die Flotte der Traditionsschiffe ist für den Norden insgesamt identitätsstiftend, und das nicht nur beim Hafengeburtstag.“

Die „Landrath Küster“ ist der älteste noch fahrende Hochsee-Fischkutter aus Finkenwerder.
Eigel Wiese
Die „Landrath Küster“ ist der älteste noch fahrende Hochsee-Fischkutter aus Finkenwerder.
 

Der Blankeneser Schiffsnarr Eigel Wiese war auf fast allen Weltmeeren unterwegs. Sein Job als Trainee auf der „Statsraad Lehmkuhl“ führte ihn bis nach Spitzbergen. Wochenlang schlief er auf der stählernen Bark in einer Hängematte. Schon in den 80er Jahren hatte ihn das Abenteuer nach Afrika gelockt, wo er monatelang über verschiedene Bootstypen recherchierte – vom Einbaum über die Dhau bis zur Piroge. Fortan ließ ihn die Faszination der Traditionsschiffe nicht mehr los.

Weit über die schwimmenden Schmuckstücke hinaus, die im Museumshafen Övelgönne oder im Sandtorhafen dümpeln, stellt der Autor Schiffe unter Dampf und unter Segel vor. Das wechselhafte Schicksal der grünen „Rickmer Rickmers“ zum Beispiel, die ihren Liegeplatz an den Landungsbrücken gefunden hat. Oder „Heti“, die Segellegende aus Kaisers Zeiten. Hamburgs ältestes Boot der Feuerwehr – die „Feuerwehr IV“ – darf ebenso wenig fehlen wie der Lotsenschoner „No. 5 Elbe“ und „Woltman“, der Schlepper für die Elbmündung sowie einige Alsterdampfer-Oldtimer. Zu Wieses Favoriten zählen die beiden Finkenwerder Fischkutter „Landrath Küster“ und „Präsident Freiherr von Maltzahn“, die sich zum Verwechseln ähnlich sehen.

Den Kiel zu Seefahrt hatten bereits die Eltern gelegt: Wenn er als kleiner Junge nicht richtig gespurt hatte, sagte seine Mutter „Du kriegst gleich was auf den Achtersteven“, erinnert sich der Schifffahrtsjournalist (Jahrgang 1947) schmunzelnd an seine Kindheit in Langenhorn. „Mein Vater war Toningenieur der Hafenkonzerte beim NDR, meine Mutter stammt aus einer Seefahrerfamilie. Das hat meine Liebe zu maritimen Themen geweckt“. Seit er als Redakteur für Schifffahrtsthemen bei verschiedenen Zeitungen arbeitete, kam er aus dem Fahrwasser nicht mehr heraus.

Nahtlos verzahnt bei ihm die private Leidenschaft für Maritimes mit seinem Job. Nach dem Motto „der Seemann lässt das Träumen nicht“, will sich der Mann, der sich unwohl fühlt, wenn er mehr als 1,852 Meter vom „seeschifftiefen“ Wasser entfernt ist, noch den einen oder anderen Traum erfüllen. „Den Amazonas auf einem der alten doppelstöckigen Flussdampfer hochfahren, zum Beispiel“.

  • „Hamburgs Maritime Schätze – An Bord der Traditionsschiffe auf Elbe und Alster“, 176 Seiten, 24,95 Euro, ISBN 978-3-7822-1291-5
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