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Hamburg : Totgeschütteltes Baby Tayler - Elf Jahre Haft für Stiefvater

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Vor einem Jahr starb der kleine Junge. Die Richter kamen mit ihrem Urteil der Forderung der Staatsanwaltschaft nach.

Hamburg | Im Prozess gegen den Stiefvater des totgeschüttelten Babys Tayler hat das Hamburger Landgericht den 27-Jährigen zu elf Jahren Haft wegen Totschlags verurteilt. Der 13 Monate alte Tayler sei von dem Angeklagten massiv und gewaltsam „10 bis 15 Mal geschüttelt“ worden, begründete die Vorsitzende Richterin am Montag ihr Urteil. Das Urteil entspricht der Forderung der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hingegen hatte auf Freispruch plädiert.

Der Fall Tayler ist nicht der erste Fall von Kindesmisshandlung, wegen dem das Jugendamt Hamburg in die Kritik geriet. Im November 2015 hatte das Landgericht einen 27-Jährigen wegen schwerer Kindesmisshandlung verurteilt. Er hatte nach Überzeugung des Gerichts seinen drei Monate alten Sohn so heftig geschüttelt, dass dieser seit der Tat Ende April schwerstbehindert ist. Vor zwei Jahren wurde Yagmur von ihrer Mutter getötet.

Mit schwersten Hirnverletzungen und einem Schütteltrauma war der kleine Junge in die Notaufnahme des Universitätsklinikum Eppendorf gebracht worden. Der Angeklagte war zuvor mit Tayler allein gewesen.

Die Ermittlungen gegen die 23-jährige Mutter wurden eingestellt, nachdem der Tatzeitpunkt genauer eingegrenzt werden konnte. Der Angeklagte bestreitet die Tat. Laut Anklage rief der Stiefvater jedoch nicht sofort den Notarzt, obwohl das Baby „ernste klinische Symptome wie Krämpfe, Erbrechen und Atemnot“ zeigte. Vielmehr verständigte er zunächst die Mutter und erst auf deren Anweisung hin den Rettungsdienst. Das Kind stand zum Tatzeitpunkt unter Betreuung des Jugendamtes.

Lesen Sie hier die Chronik zu den Geschehnissen im Fall Tayler.

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erstellt am 19.Dez.2016 | 15:36 Uhr

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