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Gutachten : Toter Juri aus Eutin: Mutter sollte in die Psychiatrie

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Eine psychiatrische Gutachterin empfiehlt eine lange Therapie für die 34-Jährige. Es bestehe sonst die Gefahr weiterer Straftaten.

shz.de von
erstellt am 07.Feb.2017 | 18:24 Uhr

Lübeck | Im Lübecker Prozess um den gewaltsamen Tod des kleinen Juri hat sich eine psychiatrische Gutachterin dafür ausgesprochen, die angeklagte Mutter des Kindes in einer psychiatrischen Klinik zu behandeln. Die 34-Jährige benötige eine lange Therapie, sonst bestehe die Gefahr weiterer Straftaten, sagte die Sachverständige am Dienstag vor dem Landgericht.

Der Angeklagten wird vorgeworfen, ihren damals zweieinhalb Jahre alten Sohn im April 2016 in Eutin mit seinem Schlafsack erdrosselt zu haben. Die 34-Jährige stellt den Tod des Kindes als Unfall dar.

Ein süßer Knirps, der in die Kamera strahlt. So will ihn sein Vater in Erinnerung behalten.
Ein süßer Knirps, der in die Kamera strahlt. So will sein Vater Juri in Erinnerung behalten. Foto: Privat
 

Die Angeklagte sei normal intelligent, zeige aber in vielen Situationen das Verhalten einer Zwölfjährigen, sagte die Sachverständige. Sie könne weder zu ihren Lebenspartnern noch zu ihren Kindern eine stabile Beziehung aufbauen. 

Zuvor hatten eine Bekannte der Angeklagten und eine Mitarbeiterin des Jugendamtes als Zeuginnen ausgesagt, dass die Frau mit dem kleinen Jungen allem Anschein nach überfordert gewesen sei. Kurz vor der Tat hatte ein Kinderarzt festgestellt, dass Juri in seiner körperlichen und motorischen Entwicklung verzögert war. Das habe die Mutter aber nicht sehen wollen, sagte die Mitarbeiterin des Jugendamts. Die Angeklagte habe ihr Kind überschätzt. Der Prozess wird fortgesetzt.

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