Prozess in Hamburg : Tödlicher Unfall mit geklautem Taxi: Plädoyers am Morgen

Die beiden Taxis wurden bei dem Unfall zerstört.

Die beiden Taxis wurden bei dem Unfall zerstört.

Bedingter Vorsatz? Der Mann, der ein gestohlenes Taxi mit Todesfolge in den Gegenverkehr steuerte, steht vor Gericht.

shz.de von
24. Januar 2018, 07:13 Uhr

Hamburg | Im Prozess um einen tödlichen Unfall mit einem gestohlenen Taxi werden am Mittwoch (9.30 Uhr) vor dem Hamburger Landgericht die Plädoyers erwartet. Der 25-jährige Angeklagte muss sich wegen Mordes, gefährlicher Körperverletzung und Gefährdung des Straßenverkehrs verantworten. Er soll das Fahrzeug Anfang Mai gestohlen und auf der Flucht vor der Polizei einen schweren Verkehrsunfall verursacht haben. Dabei starb ein junger Mann, zwei weitere Menschen wurden schwer verletzt.

Den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zufolge hatte der Litauer das Taxi kurz zuvor entwendet und war mit einer Geschwindigkeit von bis zu 145 Stundenkilometern in Richtung Innenstadt gerast. An der Binnenalster steuerte er in den Gegenverkehr und stieß schließlich mit seinem Wagen frontal mit einem Großraumtaxi zusammen. Ein 22 Jahre alter Fahrgast erlitt so schwere Kopfverletzungen, dass er noch am Unfallort starb.

Unklar ist, ob die Staatsanwaltschaft in ihrem Plädoyer von dem Vorwurf des Mordes Abstand nehmen wird. Dabei stellt sich die Frage, ob sich während des Prozessverlaufes für die Anklage der Verdacht erhärtet hat, der Beschuldigte habe mögliche tödliche Folgen seines Handelns billigend in Kauf genommen. Juristen nennen das einen bedingten Vorsatz. Im Februar dieses Jahres waren zwei Männer in Berlin erstmals in Deutschland nach einem illegalen Autorennen, bei dem ein Unbeteiligter zu Tode kam, wegen Mordes verurteilt worden.

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