ADFC fordert Task Force : Tödlicher Unfall in Hamburg-Eimsbüttel: Kühllaster überrollt Fahrradfahrerin

Die Frau wurde mit ihrem Fahrrad an der Kreuzung Eppendorfer Weg/Osterstraße von dem Lkw erfasst.
Foto:

Die Frau wurde mit ihrem Fahrrad an der Kreuzung Eppendorfer Weg/Osterstraße von dem Lkw erfasst.

Wiederholt kamen Radfahrer bei Rechtsabbiegerunfällen ums Leben. Der ADFC fordert Konsequenzen.

shz.de von
07. Mai 2018, 12:10 Uhr

Hamburg | Bei einem Zusammenstoß mit einem Lastwagen in Hamburg-Eimsbüttel ist am Montagmorgen eine Fahrradfahrerin ums Leben gekommen. Die Frau sei von dem Kühllaster überrollt worden und noch an der Unfallstelle gestorben, teilte die Feuerwehr mit. Die Retter hätten die 33-Jährige unter dem Fahrzeug geborgen und vergeblich versucht zu reanimieren. Der 48 Jahre alte Lastwagenfahrer erlitt einen Schock und musste von Notfallseelsorgern betreut werden. Der Notarzt war per Hubschrauber gelandet.

Der Lastwagenfahrer wollte nach Angaben der Polizei bei Grün nach rechts abbiegen, die Radfahrerin die Kreuzung Osterstraße/Eppendorfer Weg geradeaus überqueren. Der Transporter habe die Frau auf einer Radfurt erfasst. Der Verkehrsunfalldienst und ein Sachverständiger sollten den genauen Hergang des Unfalls klären.

„Abbiegende Lkw sind eine Todesfalle für Radfahrende“, sagte der ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork vor dem Hintergrund des Unfalls in Hamburg und eines ganz ähnlichen Unglücks in München, bei dem am selben Tag ein neunjähriges Mädchen starb. Nach Angaben des Fahrrad-Clubs kamen im vergangenen Jahr in Deutschland 38 Radfahrer durch rechtsabbiegende Lastwagen ums Leben. Das sei jeder zehnte der 383 beim Radfahren Getöteten.

Der ADFC forderte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) auf, eine „Task Force“ zu bilden. Scheuer müsse sich sofort bei der EU-Kommission für die verpflichtende Einführung von elektronischen Lkw-Abbiegeassistenten einsetzen. Der Hamburger Sprecher des Vereins, Dirk Lau, bezeichnete es als „Skandal“, dass Hamburg einer entsprechenden Bundesratsinitiative mehrerer Länder Ende April nicht zugestimmt habe.

Blaulichtmonitor

Was ist der Blaulichtmonitor?

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert