Hamburg-Neuallermöhe : Tödliche Schüsse auf Radfahrer – neuer Prozess gestartet

Das 28-jährige Opfer wurde in der Nähe eines Badesees niedergeschossen.
Das 28-jährige Opfer wurde in der Nähe eines Badesees niedergeschossen.

Der 35-jährige Angeklage wurde bereits zu über zwölf Jahren Haft verurteilt. Nun startet der Revisionsprozess.

shz.de von
05. März 2018, 18:19 Uhr

Hamburg | Das Landgericht Hamburg hat sich erneut mit den tödlichen Schüssen auf einen Radfahrer im Stadtteil Neuallermöhe befasst. Am ersten Prozesstag habe sich der nicht rechtskräftig verurteilte Täter nur an einen Schuss erinnern können, den er auf den Radfahrer abgegeben hatte. „Ausschlaggeben ist die Frage, ob der Angeklagte bei der Abgabe der Schüsse heimtückisch handelte, also bewusst ausnutzte, dass der Getötete nicht mit einem Angriff auf sein Leben rechnete“, sagte eine Gerichtssprecherin am Montag.

Eine andere Strafkammer hatte den 35 Jahre alten Angeklagten vor einem Jahr wegen Totschlags und Verstoßes gegen das Waffengesetz zu zwölf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Der Angeklagte habe seinen Ex-Schwager am 5. Juni 2016 „quasi hingerichtet“, sagte die Vorsitzende Richterin damals. Es sei aber kein Mord gewesen. Das Opfer sei nicht arglos gewesen, weil der Angeklagte ihm vorher die Pistole im Hosenbund gezeigt habe. Gegen das Urteil legten die Staatsanwaltschaft und die Nebenkläger erfolgreich Revision beim Bundesgerichtshof ein.

Im ersten Prozess hatte der Angeklagte gestanden das 28 Jahre alte Opfer in der Nähe eines Badesees niedergeschossen zu haben. Als Motiv nannte er Drohungen und Gewalttätigkeiten seines Ex-Schwagers. Das Gericht rechnet damit, dass im neuen Prozess bis Mitte Mai verhandelt wird.

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