Hamburg : Tödliche Flucht mit gestohlenem Taxi: Staatsanwalt fordert Lebenslang

Der Angeklagte im Landgericht Hamburg. /Archiv

Der Angeklagte im Landgericht Hamburg. /Archiv

Für den herbeigeführten Flucht-Unfall mit einem Todesopfer fordert die Staatsanwaltschaft die Höchststrafe.

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16. Februar 2018, 18:36 Uhr

Im Prozess um einen tödlichen Unfall mit einem gestohlenen Taxi hat die Hamburger Staatsanwaltschaft am Freitag eine lebenslange Haftstrafe gefordert. Der 25 Jahre alte Angeklagte müsse wegen Mordes und Mordversuchs verurteilt werden, hieß es nach Angaben eines Gerichtssprechers im Plädoyer der Anklagebehörde. Der Litauer soll das Fahrzeug vergangenen Mai gestohlen und auf der Flucht vor der Polizei einen schweren Verkehrsunfall an der Hamburger Binnenalster verursacht haben. Dabei kam ein junger Mann ums Leben, zwei weitere Menschen wurden schwer verletzt.

Laut Ermittlungen der Staatsanwaltschaft war der Angeklagte mit einer Geschwindigkeit von bis zu 145 Stundenkilometern durch die Stadt gerast. An der Binnenalster lenkte er den Wagen schließlich in den Gegenverkehr und kollidierte frontal mit einem Großraumtaxi. Einer der Fahrgäste, ein 22-jähriger Barkeeper, starb noch am Unfallort. Ein weiterer Insasse sowie der Taxifahrer kamen mit schwersten Verletzungen ins Krankenhaus.

Der Anwalt des Taxifahrers stellte am Freitag keinen konkreten Strafantrag. „Man könne an Mord denken“, erklärte der Nebenklage-Vertreter nach Angaben des Sprechers. Der Anwalt gab jedoch zu bedenken, dass die Haftpflichtversicherung des gestohlenen Autos bei einer Verurteilung wegen einer vorsätzlichen Tat keine Entschädigung zahle. Der Anwalt der Hinterbliebenen des gestorbenen Fahrgastes schloss sich dagegen der Forderung der Staatsanwaltschaft an.

Der Litauer habe „grob verkehrswidrig und rücksichtslos“ gehandelt, hatte es in der Anklage geheißen. Trotz vorherigen Alkoholkonsums und ohne im Besitz einer Fahrerlaubnis zu sein, habe er das Fahrzeug geführt und auf der Flucht vor der Polizei „wiederholt riskante Fahrmanöver“ gemacht. Zudem sei er zumindest zweimal über rote Ampeln gefahren und das bei einem „nicht unerheblichen Verkehrsaufkommen“.

Als er das Taxi rund 350 Meter vor der späteren Unfallstelle in den Gegenverkehr lenkte, habe er billigend in Kauf genommen, dass aufgrund der hohen Geschwindigkeit von 145 Stundenkilometern Unbeteiligte bei einer Kollision „mit großer Wahrscheinlichkeit zu Tode kommen“ würden - daher laute die Anklage auf Mord. Zudem muss der 25-Jährige mit einer Verurteilung wegen gefährlicher Körperverletzung und Gefährdung des Straßenverkehrs rechnen.

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