Vermisster HSV-Manager : Todesermittlungsvefahren im Fall Timo Kraus noch nicht abgeschlossen

<p>Polizeiabsperrung an den Landungsbrücken: Timo Kraus wurde in der Nähe des Museumsschiffes „Cap San Diego“ gefunden.</p>
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Polizeiabsperrung an den Landungsbrücken: Timo Kraus wurde in der Nähe des Museumsschiffes „Cap San Diego“ gefunden.

Der Vermisstenfall ist zwar abgeschlossen, aber zu den Akten wurde der Fall Kraus noch nicht gelegt. Es wird noch auf ein schriftliches Obduktionsergebnis gewartet.

shz.de von
28. März 2017, 17:25 Uhr

Hamburg | Das Todesermittlungsverfahren im Fall des HSV-Managers Timo Kraus ist nach Angaben der Hamburger Staatsanwaltschaft noch nicht abgeschlossen. Es werde noch das schriftliche Obduktionsergebnis abgewartet, sagte die Sprecherin der Behörde, Nana Frombach, nachdem am Vortag die Polizeiinspektion Harburg den Vermisstenfall für abgeschlossen erklärt hatte.

Zwar sei mündlich schon Ertrinken als Todesursache bestätigt worden, Fremdverschulden solle aber ausgeschlossen werden. Außerdem wolle man prüfen, ob der Blutalkoholspiegel noch feststellbar sei.

Die Leiche des HSV-Managers war am Donnerstag in der Elbe bei den Landungsbrücken entdeckt worden. Dort war der 44-Jährige vor elf Wochen das letzte Mal gesehen worden. Kraus hatte Anfang Januar abends mit Kollegen und Freunden in einem Lokal an den Landungsbrücken gefeiert. Ein Taxi sollte den angetrunkenen Familienvater in seinen Heimatort Buchholz in der Nordheide bringen. Dort kam er aber nie an, sondern kehrte aus ungeklärten Gründen zu den Landungsbrücken zurück.

Ein Zeuge gab an, ihn dort kurz nach Mitternacht allein und ohne Jacke gesehen zu haben. An diesem Ort nahm einige Tage später ein Spürhund die Witterung des Abteilungsleiters auf. Doch die Suche von Tauchern blieb erfolglos. Die Polizei vermutete damals, dass Kraus bei gefährlicher Glätte in die Elbe stürzte und ertrank.

„Es ist unbefriedigend, dass es keine hundertprozentige Klarheit über den Geschehensablauf gibt“, sagte Krüger. Es gebe keine Hinweise auf ein Verbrechen. Die Ehefrau von Timo Kraus hatte im Magazin „Spiegel“ Zweifel an einem Unglücksfall geäußert. Sie hätte ihren Ehemann noch nie stockbetrunken erlebt. Außerdem könne sie sich nicht vorstellen, dass der Manager vor seinen Mitarbeitern so viel trinken würde. Auch sei nicht geklärt, warum ihr Mann zu den Landungsbrücken zurückkehrte und ob er dort alleine war.

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