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Supermarkt-Tragödie in Hamburg : Tod eines Vierjährigen: Jetzt ermittelt auch die Mordkommission

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Auch vier Wochen nach dem Tod eines Vierjährigen in einem Hamburger Supermarkt sind noch immer viele Fragen offen. Ein Gutachten zur Todesursache steht noch aus.

Hamburg | Im „Adese Markt“ in der Seevepassage war am 31. Mai 2016 der vierjährige Jonathan plötzlich zusammengebrochen und kurz darauf gestorben. Laut dem Vater hatte der Junge an der Kasse einen Stromschlag erlitten, als er eine Abgrenzungsstange anfasste. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Inhaber des Supermarkts wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung. In der vergangenen Woche ließen die Staatsanwälte den Supermarkt nochmals durchsuchen und Videomaterial aus Überwachungskameras sicherstellen. Ob die Aufnahmen die Minuten des Unglücks zeigen, ist aber noch unklar. Das gilt ebenso für die Frage, ob der Ladeninhaber bei der Herausgabe erster Videobänder Beweismaterial zurückgehalten hatte.

Ohnehin gibt es auch vier Wochen nach Jonathans Tod noch immer mehr Frage- als Ausrufezeichen. Die von der Staatsanwaltschaft bestellten Gutachten zur Todesursache und technischen Beschaffenheit des Kassenbereichs stehen noch aus.

Klar ist dagegen inzwischen, dass der Vater selbst einen Stromschlag erlitten haben will, als er seinen Sohn von der Stange wegriss. Wie der CDU-Bürgerschaftsabgeordnete David Erkalp in einer Parlamentarischen Anfrage zu dem Vorfall schreibt, hatte der Vierjährige helfen wollen, die Lebensmittel aufs Kassenband zu legen. „Als der Junge um den Einkaufswagen ging, griff er nach einer Stange, die parallel am Gang als Abgrenzung dient“, so Erkalp. Der Vater habe in seiner polizeilichen Vernehmung angegeben, dass die Augen des Vierjährigen in dem Moment plötzlich weit geöffnet waren und dieser keinen Laut von sich gegeben habe.

Wie aus der Senatsantwort auf Erkalps Anfrage hervorgeht, war der „Adese Markt“ in der Vergangenheit bei Routinekontrollen viermal wegen Mängeln aufgefallen. Laut Senat waren diese bei der Folgeüberprüfung jeweils wieder abgestellt gewesen. Zuletzt sei Anfang Mai ein Mangel entdeckt worden, die Nachkontrolle stehe aber noch aus. Worin es bei dieser Beanstandung ging, lässt die Senatsantwort offen.

Nach dem tödlichen Zwischenfall hatten das Amt für Arbeitsschutz und die Polizei das Geschäft begangen. Mängel stellten sie dabei nicht fest.

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erstellt am 28.Jun.2016 | 16:56 Uhr

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