Trauer im Hamburger Zoo : Tierpark Hagenbeck: Auch Elefantenmädchen Anjuli stirbt an Herpesvirus

Der Elefantenbulle Kanja (rechts) und die nun verstorbene Anjuli im Juni 2016.
Die verstorbenen Elefanten Kanja (rechts) und die nun erkrankte Anjuli im Juni 2016.

Tagelang wurde um das Leben des dreijährigen Tieres gekämpft. Erst vor einer Woche erlag Elefantenbulle Kanja der Krankheit.

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13. Juni 2018, 14:52 Uhr

Hamburg | Nach dem Tod des Elefanten Kanja im Tierpark Hagenbeck ist nun auch Elefantenmädchen Anjuli dem Virus erlegen. Wie der Zoo mitteilt, starb der dreijährige Elefant am frühen Mittwochnachmittag. Wie Kanja war Anjuli an dem gefährlichen Herpesvirus EEHV1 erkrankt.

Der zweieinhalb Jahre alte Kanja und Anjuli waren Nachkommen einer stark von der Ausrottung bedrohten Tierart, den asiatischen Elefanten.

Tagelang habe ein Team aus Tierärzten, Pflegern und Experten versucht, den Erreger in seine Schranken zu verweisen – ohne Erfolg. „Leider ist über diese Krankheit noch zu wenig bekannt, um nachhaltig wirksame medizinische Hilfe leisten zu können“, heißt es in einer Mitteilung des Zoos.

Elefantenherde und Pfleger trauern gemeinsam um die dreijährige Tochter von Elefantenkuh Yashoda. Um Abschied zu nehmen, wurde den Elefanten Zeit zum Abtasten und Beschnuppern des toten Elefantenmädchens gewährt. „Der gesamte Tierpark trauert mit dem Elefantenhaus“, berichtet ein Sprecher.

Eine Obduktion soll nun die Forschung zu den tückischen Herpesviren weiter voranbringen. Eine Gefahr für Menschen gehe von der rein auf Elefanten spezialisierten Krankheit nicht aus. Wenn diese Form des Herpes bei Elefanten ausbricht, werden nach Angaben des Zoos innerhalb kürzester Zeit die inneren Organe derart vom Virus geschädigt, dass das Herz-Kreislaufsystem der Tiere zusammenbricht und sie tot umfallen.

Der zweieinhalb Jahre alte Elefantenbulle Kanja war vor einer Woche „ohne weitere Alarmzeichen in der Elefantenhalle“ zusammengebrochen und gestorben, hieß es von Seiten des Zoos. Seit 1988 seien in europäischen Zoos etwa 30 Elefanten an Herpes gestorben.

Sieben erwachsene Dickhäuter und ein Jungtier bilden jetzt noch die Herde im Tierpark Hagenbeck. „Wir haben Herdenhaltung“, sagte eine Sprecherin. Eine Quarantäne gebe es nicht.

Mit dpa

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