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Verkehr in HH : Taxifahren in Hamburg: Senat plant Festpreis und Stau-Aufschlag

vom

Zwischen 16 und 18 Uhr sollen die Preise um mehr als zwölf Prozent steigen.

shz.de von
erstellt am 20.Apr.2017 | 17:10 Uhr

Hamburg | In Hamburg steht offensichtlich nicht nur eine saftige Verteuerung der Taxipreise bevor, sondern auch eine kleine Revolution im Preismodell. Bundesweit erstmalig sollen künftig unterschiedliche Tarife in Haupt- und in Nebenverkehrszeiten gelten. Ebenfalls beispiellos ist die Idee, dass Fahrgäste einen Festpreis vereinbaren können. Für Strecken bis zu zwölf Kilometern soll dieser bei 30 Euro liegen. So sieht es der Entwurf zur Änderung der Taxenordnung vor, über den der rot-grüne Senat am 9. Mai entscheiden will. Stimmt die Landesregierung zu, gilt das geänderte Preistableau ab 1. Juni.

Auf das Tarifmodell haben sich Taxizentralen, Handelskammer und Wirtschaftsbehörde verständigt. Dennoch äußerte sich die Behörde am Donnerstag zurückhaltend. Eine Sprecherin betonte: „Die Inhalte stehen nicht fest. Der Senat befasst sich im nächsten Monat. Und das ist keinesfalls nur Formsache.“

Nach dem vorliegenden Vorschlag werden vor allem Fahrten zu den Stoßzeiten deutlich teurer. Begründung: Wegen der „Hamburger Karenzminute“ steht das Taxameter in Staus und an roten Ampeln für die ersten 60 Sekunden Wartezeit still. Bei den Taxiverbänden heißt es, dass sie aus diesem Grund in der Rushhour häufig Verluste einfahren.

Laut dem neuen Modell würden die Preise für Touren zwischen 7 und 10 Uhr sowie zwischen 16 und 18 Uhr um mehr als zwölf Prozent steigen. Die Grundgebühr soll um einen auf 4,20 Euro klettern, die Kilometerpreise um 15 bis 20 Cent. Wer künftig zu den Stoßzeiten unterwegs ist, zahlt für eine fünf Kilometer lange Taxistrecke 16,50 statt 14,70 Euro. Eine 20-Kilometer-Tour verteuert sich um gut vier auf 43,30 Euro. Außerhalb der Hauptverkehrszeiten wird es um gut fünf Prozent teurer. 

Aus der Verkehrsbehörde heißt es, Hamburgs Taxitarife lägen bisher im bundesweiten Vergleich im unteren Drittel. Freilich würde die Stadt nach der geplanten Erhöhung in dieser Statistik zu den Top drei gehören. Für Taxis, die aus dem Umland in die Metropole einpendeln, gelten die Hamburger Preise im Übrigen nicht.

Scharfe Kritik an den Plänen kommt von der oppositionellen FDP. Verkehrsexperte Wieland Schinnenburg: „Bürger, Geschäftsleute und Touristen bekommen mal wieder die Rechnung für die vollkommen gescheiterte Hamburger Verkehrspolitik serviert. Verkehrssenator Frank Horch sollte endlich dafür sorgen, dass der Verkehr in Hamburg wieder flüssig fließt, anstatt die Taxikunden für seine verfehlte Politik abzukassieren.“

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