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G20-Gipfel : Tausende demonstrieren friedlich bei „Hamburg zeigt Haltung“

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Aus der Onlineredaktion

Der New Yorker Bürgermeister de Blasio ruft bei der Demo zu einem globalen Politikwechsel auf und zitiert Willy Brandt auf Deutsch.

Hamburg | Luftballons, Trommelklänge und Musik: Bei einer Demonstration des Bündnisses „Hamburg zeigt Haltung“ zum G20-Gipfel haben am Samstag Tausende Menschen ein friedliches Zeichen für Demokratie, Menschenrechte und Meinungsfreiheit gesetzt. Der New Yorker Bürgermeister Bill de Blasio rief zu einem Politikwechsel auf, um eine bessere Welt zu schaffen. „Die Erde kann nicht warten“, sagte der Donald-Trump-Gegner bei der Abschlusskundgebung am Fischmarkt.

Auf Deutsch rief er den Menschen zu: „Wir wollen mehr Demokratie wagen.“ Ein berühmter Satz von Ex-Bundeskanzler Willy Brandt (SPD). Die Veranstalter sprachen von 10.000 Teilnehmern, die Polizei schließlich von 6000. Zu den Protesten hatten unter anderem bürgerliche Parteien, Kirchen und Theatermacher aufgerufen. In Hamburg trafen sich am Freitag und Samstag die großen Wirtschaftsmächte G20 zu Gesprächen in den Messehallen.

Angesichts der hässlichen Krawallszenen von Autonomen in den vergangenen Tagen hatten die Teilnehmer Plakate wie „Geh weg, schwarzer Block“ oder „Friedlicher Protest ist, was uns eint“ gemalt. Die Bischöfin der Nordkirche, Kirsten Fehrs, betonte auf der Bühne am Fischmarkt, Gewaltfreiheit sei das Gebot der Stunde. Man wolle das friedliche und kreative „wahre Hamburg“ zeigen.

Eine Gruppe Vermummter stellte sich daraufhin auf der anderen Straßenseite neben ein Transparent mit der Aufschrift „Aber Polizeigewalt ist okay, oder was?“. Die Autonomen machten mit Zwischenrufen auf sich aufmerksam. Sie flohen, als Polizisten in ihre Richtung rannten. Die Politikwissenschaftlerin Gesine Schwan sagte zu den Ausschreitungen rund um den Gipfel: „Wir müssen uns auch fragen, woher dieser Hass kommt.“

Einer der friedlich Protestierenden war Kai Fischer. Während des Protestzugs sprach er spontan einen Polizisten an: „Dank an die Kollegen, die letzte Nacht im Schanzenviertel ihren Kopf hingehalten haben.“ Eigentlich hatte er zum G20-Gipfel gar nicht demonstrieren wollen. Doch angesichts der Bilder der Verwüstungen habe er sich anders entschieden und sich eine Aktion ausgesucht, die friedlich sein wollte.

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erstellt am 08.Jul.2017 | 17:44 Uhr

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