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„Der große Schmerz“ und „Fegefeuer“ : „Tatort“: Nick Tschiller ballert wieder

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Es ist simpel wie immer: Ein Rächer (Til Schweiger) jagt Verbrecher (dabei auch Helene Fischer). Die „Tatort“-Vorschau.

shz.de von
erstellt am 01.Jan.2016 | 11:10 Uhr

So liebenswürdig und selbstironisch Til Schweiger meist in seinen Komödien daherkommt („Keinohrhasen“, „Kokowääh“, zuletzt: „Honig im Kopf“), so banal und brutal sind seine Actionfilme („Schutzengel“). Profitiert hat davon auch der Hamburger „Tatort“, in dem Schweiger seit 2013 als LKA-Kommissar Nick Tschiller von sich reden macht. Und zwar von beiden Pläsierchen.

Um die erste „Tatort“-Doppelfolge der Geschichte der Serie gab es im Vorfeld viel Aufregung. Nach den Terroranschlägen von Paris verschob die ARD die Sendetermine der Krimis, bei denen es um Terrorangriffe geht. Jetzt werden die Folgen am 1. Januar („Der große Schmerz“) und am 3. Januar („Fegefeuer“) jeweils um 20.15 Uhr in der ARD ausgestrahlt. Der dritte Teil der „Tatort“-Trilogie mit dem Titel „Off Duty“ soll nicht im Fernsehen, sondern am 4. Februar im Kino zu sehen sein.

Dass stets dieselbe Geschichte erzählt wird - Rächer gegen Verbrecher - stört dabei kaum. Denn selbst Stamm-Regisseur Christian Alvart geht es weniger um sozialkritische Spitzen, als „um packende Unterhaltung“. Und so gilt auch bei seiner „Tatort“-Doppelfolge (heute und nächsten Sonntag) für alle Til-Schweiger-Fans: „Wer will, der kriegt!“

Und zwar: Einen kriegerischen Cop, eine loyale Kripo-Truppe (Fahri Yardim, Tim Wilde, Britta Hammelstein), eine liebreizende Ex samt gemeinsamer Schnösel-Tochter (Stefanie Stappenbeck, Luna Schweiger) sowie jede Menge ballerndes Gangstergesocks.

Erneut geht es Schweiger/Tschiller um zwei simple Dinge: Die Liebe seiner Familie zurückzugewinnen und – Dauergegner Firat Astan ein für allemal zu erledigen (Erdal Yildiz), bevor dieser aus dem Knast heraus seinen größten Coup in Hamburg startet. Dumm, dass ihm dabei auch genau zwei Dinge im Wege stehen: die neu auf den Plan tretende Russenmafia (unter anderem - hoho - Helene Fischer!) sowie ein korrupter Innensenator (Arnd Klawitter).

<p>In der Hamburger „Tatort“-Folge „Der große Schmerz“ spielt Helene Fischer die Rolle der Leyla, die noch eine Rechnung mit Firat Astan offen hat.</p>

In der Hamburger „Tatort“-Folge „Der große Schmerz“ spielt Helene Fischer die Rolle der Leyla, die noch eine Rechnung mit Firat Astan offen hat.

Foto: dpa
 

Klar, dass dieser Fall rasch eskaliert und Tschiller zuerst in Wasser, dann in Blut und schließlich in Tränen zu ersaufen droht. Klar, Drehbuchautor Christoph Darnstädt hatte ja auch keinen gemütlichen Sonntagskrimi im Sinn, sondern ein Gangsterepos von Liebe und Hass. Mit knallharter Action, einfach gestrickten Figuren und einer galoppierenden Story, die uns Zuschauer außer Puste bringen soll.

Sei’s drum. Größenwahn gegen Realitätsbezug, Schwach- gegen Tiefsinn. Hauptsache, es pifft und pafft. Wogegen nichts einzuwenden ist. Höchstens - in einem „Tatort“.

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