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Nach Schiffsunfall : Süderelbbrücke muss nicht abgerissen werden

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Gute Nachrichten für alle Autofahrer in Hamburg: Die bei einer Schiffskollision beschädigte Brücke wird bis August repariert.

shz.de von
erstellt am 20.Feb.2015 | 17:08 Uhr

Hamburg | In der Hamburger Verkehrsbehörde atmen die Verantwortlichen auf. Und für die täglich mehr als 100.000 Autofahrer auf der A 1 (Lübeck-Bremen) im Hamburger Stadtgebiet dürfte dasselbe gelten. Nach wochenlangen Untersuchungen der schwer beschädigten Süderelbbrücke steht nun fest: Die Querung muss nicht abgerissen werden.

Besser noch: Während der rund halbjährigen Reparaturphase werden in der Regel auch keine Spuren gesperrt. Uwe Heimböckel vom Landesbetrieb Straßen, Brücken, Gewässer (LSBG) sagte bei der Vorstellung des Sanierungsplans gestern: „Wir sind in der glücklichen Situation, dass wir je Fahrtrichtung jeweils drei Fahrstreifen offen halten können.“

Am 11. Dezember 2014 war ein Binnenschiff gegen die Brückenunterseite gekracht und hatte einen stählernen Hauptträger sowie etliche Querverstrebungen ramponiert. Zunächst mochten Experten nicht ausschließen, dass die Autobahnbrücke zwischen den Anschlussstellen Stillhorn und Harburg einstürzt.

Nach vielen Messungen und Berechnungen kann das Bauwerk nun doch gerettet werden. Für die Sanierung haben die Ingenieure des LSBG ein nach eigenem Urteil „innovatives Konzept“ entwickelt. Gemeint ist eine Bauweise, die den Autoverkehr auf der Brücke weitgehend nicht beeinträchtigt.

Zu diesem Zweck wird in der Süderelbe eine Hubinsel als Arbeitsplattform verankert. Die Fahrrinne für die Schifffahrt ist dafür bereits unter die südliche Brückenöffnung verlegt worden.

Auf diese Weise sollen die täglich durchschnittlich 109.000 Autofahrer von den geradezu chirurgischen Arbeiten an der Unterseite wenig bemerken. Im Zuge der Instandsetzung müssen die zerstörten Aussteifungen und Querträger ersetzt und der demolierte Hauptträger verstärkt werden. Oben geht es derweil wie üblich auf sechs Spuren voran, allerdings sind diese eingeengt. Dort gilt ein Tempolimit von 60 km/h. 

Sperrungen soll es nur geben, wenn geschweißt wird. Dafür muss die Brücke schwingungsfrei sein. Dann, so der LSBG, wird das Bauwerk in Fahrtrichtung Süden in einzelnen Nächten von 22 bis 5 Uhr gesperrt. Laut den Ingenieuren wird das in zehn bis 15 Nächten der Fall sein. Die Termine will die Verkehrsbehörde rechtzeitig bekanntgeben.

Die Arbeiten beginnen am Montag, 23. Februar. Zum Aufbau der Hubinsel muss in der Nacht zuvor die Fahrspur in Richtung Süden gesperrt werden. Die Behörde geht derzeit von einer Bauzeit für die Gesamtmaßnahme bis August 2015 aus.

Die Kosten der Reparatur beziffert die Behörde auf 1,5 bis zwei Millionen Euro. Diese hat der Bund zu tragen, der sich das Geld allerdings vermutlich von der Versicherung des Unfallkapitäns zurückholen wird.

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