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Lage in Schleswig-Holstein : Studie: Metropolregion Hamburg wächst - aber nicht am Rand

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Mehr Menschen in den Kreisen Stormarn und Segeberg - doch Neumünster und Lübeck merken nichts von der Urbanisierung.

shz.de von
erstellt am 02.Dez.2015 | 14:34 Uhr

Hamburg | Die Metropolregion Hamburg wird in den nächsten 15 Jahren insgesamt noch wachsen. Nach einer am Mittwoch vorgelegten Studie des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) werden aber vor allem die Stadt Hamburg selbst und die unmittelbar angrenzenden Landkreise mehr Einwohner zählen. „Wir stehen in den nächsten 15 Jahren vor tiefgreifenden demografischen Veränderungen“, sagte Prof. Alkis Henri Otto, der Autor der Studie, am Mittwoch in Hamburg. Die Trends seien zum Teil gegenläufig und speziell der Einfluss steigender Zuwanderung aus dem Ausland sei langfristig kaum zu berechnen.

Anfang der 1990er Jahre beschlossen Hamburg, Niedersachsen und SH, regionalpolitisch mehr zusammen zu arbeiten, Mecklenburg-Vorpommern kam 2012 dazu. Jetzt zeigt sich: Die Gegensätze innerhalb der Region sind groß.

Die Metropolregion erstreckt sich nach ihrer jüngsten Erweiterung im Jahr 2012 von Dithmarschen und Cuxhaven im Westen bis Nordwestmecklenburg und Ludwigslust-Parchim im Osten und von Neumünster und Ostholstein im Norden bis Uelzen und dem Heidekreis im Süden.

Die Karte zeigt, welche Kreise und kreisfreien Städte zur Metropolregion Hamburg gehören.

Die Karte zeigt, welche Kreise und kreisfreien Städte zur Metropolregion Hamburg gehören.

Foto: CC BY 3.0 DE Metropolregion Hamburg

Die Region ist vielfach verflochten durch Pendlerströme und wirtschaftlichen Austausch, nimmt aber in ihren Teilräumen eine unterschiedliche Entwicklung. So ist die Bevölkerungszahl insgesamt von 2000 bis 2012 um 61.000 Einwohner oder 1,2 Prozent gesunken. Dieser Rückgang war aber vor allem am Rand zu verzeichnen, besonders im Osten.

In Hamburg selbst dagegen wuchs die Bevölkerung - und noch stärker in den angrenzenden schleswig-holsteinischen Kreisen Segeberg, Stormarn und Herzogtum Lauenburg sowie in Lüneburg in Niedersachsen. Sie nahmen viele Abwanderer aus Hamburg auf. Neumünster und Lübeck dagegen profitierten nicht vom Trend der Urbanisierung.

Ähnlich wird sich die Entwicklung nach der HWWI-Studie auch in der Zukunft fortsetzen. Zudem werden die Bewohner im Hamburger Umland älter, so dass mehr kleinere Wohnungen benötigt werden. Einige Kreise wie Cuxhaven, Ostholstein, Lüchow-Dannenberg und Uelzen haben schon heute einen relativ hohen Anteil von 25 Prozent alter Menschen erreicht. Hamburg selbst profitiert dagegen vom Zuzug junger Menschen, die hier eine Ausbildung absolvieren oder berufliche Chancen sehen.

Für die Wohnungsmärkte, die zudem eine unbekannte Zahl von Flüchtlingen aufnehmen müssten, ergeben sich nach der Studie unterschiedliche Herausforderungen. „Nachfrage und Preise nehmen zu“, sagte Otto. „Je näher am Zentrum, desto höher die Dynamik.“ Doch insgesamt werden sich die Wohnungspreise in der Metropolregion nach einer Modellrechnung bis 2030 moderat entwickeln. Am stärksten steigen sie in Hamburg mit einer durchschnittlichen jährlichen Rate von weniger als einem Prozent. Die Studie diente am Mittwoch auch als Grundlage einer Tagung über die Wohnungsmärkte und Siedlungsentwicklung in der Metropolregion Hamburg.

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