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AStA der Uni Hamburg : Studenten protestieren gegen neue Exzellenzinitiative

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Aus der Onlineredaktion

Der AStA der Universität Hamburg macht mobil gegen die Neuauflage der Exzellenzinitiative: Mit einer Demonstration setzen sich Studierende für eine „Uni für alle“ ein. Zustimmung kommt von HCU-Präsident Pelka.

Hamburg | Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Universität Hamburg hat für kommenden Dienstag zu einer Demonstration gegen eine Neuauflage der Exzellenzinitiative aufgerufen. Zwei Tage vor der entscheidenden Ministerpräsidentenkonferenz in Berlin wollen sich die Studierenden stattdessen für eine „Uni für alle“ einsetzen, erklärte AStA-Vorstand Franziska Hildebrandt am Mittwoch. Nach Ansicht der Initiatoren sollten alle Hochschulen besser ausgestattet werden, statt wenige Universitäten zu „Leuchttürmen“ zu machen.

Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) und Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne) wünschen sich bessere Chancen für die Uni Hamburg, die bisher noch keine geförderte „Eliteuni“ ist. Gleichzeitig zeigt eine Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung, dass es den Universitäten  mit Exzellenzstatus bisher kaum gelungen sei, ihre Profile zu schärfen und Alleinstellungsmerkmale herauszubilden.

Auch Hamburgs rot-grüner Senat sieht die Exzellenzinitiative kritisch, allerdings nicht aus grundsätzlichen Überlegungen. Er fürchtet, dass durch die bislang geplanten Regelungen nur die immer gleichen Universitäten ausgezeichnet würden, und hat deshalb bereits mit einer Blockade bei der entscheidenden Bund-Länder-Sitzung am 16. Juni gedroht. Da in diesem Gremium Einstimmigkeit erforderlich ist, wäre die geplante Vereinbarung dann hinfällig.

Die 2006 gestartete „Exzellenzinitiative“ läuft Ende 2017 aus. Sie hat bislang rund 4,6 Milliarden Euro gekostet. Bei dem als „Exzellenzstrategie“ bezeichneten Nachfolgeprogramm mit einem Volumen von jährlich 533 Millionen Euro sollen bis zu 50 Forschungsprojekte als Exzellenzcluster gefördert und acht bis elf Hochschulen zu Exzellenzuniversitäten werden. Die Ausschreibung soll noch in diesem Sommer beginnen und 2019 in den Start der neuen Elite-Unis münden.

Der AStA der Uni Hamburg begrüßte eine mögliche Blockade Hamburgs. Das brächte zumindest Zeit für weitere Gespräche, sagte Hildebrandt. Im Kern setze der AStA - unterstützt unter anderem von den Allgemeinen Studierendenausschüssen der Universität Lüneburg und der Hafencity Universität (HCU) - jedoch weiter auf einen Wandel in der Hochschulpolitik.

Kritisch äußerte sich auch HCU-Präsident Walter Pelka: „Ich sehe das ähnlich wie unsere Studierenden“, sagte er in einem Interview der HCU News. Die Hochschulen hätten mit der Lehre und der Forschung zwei gleichwertige Aufgaben. „Wie man die Exzellenz einer Hochschule ausschließlich an einzelnen Forschungsclustern definieren kann, erschließt sich mir nicht.“ Das Bildungsniveau und die Qualität der Ausbildung müsse insgesamt verbessert werden. „Durch die Schaffung einzelner Leuchttürme in vergleichsweise begrenzten Forschungsbereichen wird das nicht gelingen.“Deutsche Universitäten gleichen sich im Wettbewerb an

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erstellt am 08.Jun.2016 | 17:19 Uhr

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