Statistik : Stromproduktion in SH deutlich gesunken – Hamburg setzt weiter auf Kohle

<p>In Schleswig-Holstein beträgt der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung bereits 69 Prozent.</p>

In Schleswig-Holstein beträgt der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung bereits 69 Prozent.

Während die Energiewende in Hamburg noch auf sich warten lässt, verzeichnet SH ein Plus bei erneuerbaren Energien.

shz.de von
09. November 2018, 11:15 Uhr

Kiel/Hamburg | In Schleswig-Holstein sind im vergangenen Jahr rund 32,6 Millionen Megawattstunden Strom erzeugt worden und damit 6,9 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Wie das Statistikamt am Freitag berichtete, sank die Stromproduktion aus Atomenergie wegen einer längeren Revision im Akw Brokdorf um fast 50 Prozent. Damit fiel der Anteil dieser Energieart an der Gesamterzeugung auf 17,7 Prozent.

Erneuerbare Energien legen zu

Die erneuerbaren Energien legten um 17,7 Prozent auf fast 22,6 Millionen Megawattstunden zu und erreichten damit einen Anteil von gut 69 Prozent an der Stromerzeugung. Rechnerisch konnte damit der Stromverbrauch in Schleswig-Holstein (rund 14,4 Millionen Megawattstunden) zu mehr als 150 Prozent gedeckt werden. Die fossilen Energieträger erreichten bei einem leichten Gesamtrückgang noch einen Anteil von 12,1 Prozent, wobei es bei Kohle ein kräftiges Minus gab und bei Erdgas ein großes Plus.

Mit dem vollständigen Netzzugang eines weiteren Offshore-Windparks vor der Küste stieg die Stromerzeugung aus Windkraft auf See um fast 20 Prozent auf gut 6,9 Millionen Megawattstunden. Die Produktion aus Windkraftanlagen an Land stieg aufgrund des Baus neuer Anlagen um 24,6 Prozent auf rund 11,3 Millionen Megawattstunden. Nach dem sehr schwachen Windjahr 2016 lag 2017 wieder im langjährigen Durchschnitt.

Insgesamt war die Windkraft mit rund 18,3 Millionen Megawattstunden und einem Anteil von gut vier Fünfteln am regenerativ erzeugten Strom wichtigster Träger erneuerbarer Energien.

Hamburg setzt noch auf Kohle

Die Energiewende in Hamburg lässt auf sich warten. Der in Hamburg erzeugte Strom stammte auch im vergangenen Jahr weit überwiegend aus fossilen Energieträgern und vor allem aus Kohle, teilte das Statistische Amt Nord am Freitag in der Hansestadt mit. Zwar stieg auch die Stromerzeugung aus Wind- und Wasserkraft deutlich an, doch blieben deren Anteile an der gesamten Hamburger Stromerzeugung gering. Die Hamburger Politik will aus der Kohle in den kommenden Jahren möglichst weitgehend aussteigen.

Im einzelnen erhöhte sich die Stromerzeugung aus fossilen Quellen um 9,3 Prozent auf 10,3 Millionen Megawattstunden. Das entspricht einem Anteil von 94,2 Prozent an der gesamten Stromproduktion. Auf die Kohle entfielen 9,3 Millionen Megawattstunden bei einem Anstieg von 8,7 Prozent. Daran dürfte das größte Hamburger Kohlekraftwerk Moorburg einen wesentlichen Anteil haben. Die erneuerbaren Energien steuerten 0,5 Megawattstunden zur Hamburger Stromproduktion bei, ein Anteil von 4,8 Prozent. Sie legten um knapp 13 Prozent zu. Insgesamt stieg die Hamburger Stromerzeugung um 9,1 Prozent auf 10,9 Millionen Megawattstunden.

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