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Falkensteiner Ufer in Hamburg : Streit um Elbstrand-Taufe: Übertriebene Bürokratie oder ernsthafte Gefahr?

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Am Falkensteiner Ufer finden Taufen in der Elbe statt. Doch Naturschützer schlagen Alarm.

shz.de von
erstellt am 27.Jul.2017 | 15:35 Uhr

Die Taufe ist mit der wichtigste Moment im Leben eines Christen. Die evangelische Johannes-Gemeinde feierte dieses Ereignis bisher am Falkensteiner Ufer und taufte ihre Mitglieder im Elbwasser. Das ist seit Jahrzehnten die Tradition, 2018 könnte sie enden.

Die vorläufige Prüfung des Antrags der Kirchengemeinde vom zuständigen Bezirksamt Hamburg Altona ergab, dass die Veranstaltung nicht mit dem Landschafts- und Naturschutzrecht zu vereinbaren ist.

Der Wittenberger Elbstrand liegt im Landschaftsschutzgebiet, eine private Veranstaltung sei dort nicht erlaubt. Das Bezirksamt weist zudem auf die Gefahr durch Schwellwasser hin. „Von den Wellen der großen Schiffe geht eine schwer einzuschätzende Gefahr aus.“ Deshalb stünden auch überall entlang des Strandes die Warnschilder, die darauf hinweisen. „Aber der Hauptgrund für die Entscheidung ist, das Landschafts- und Naturschutzrecht“, so Martin Roehl, Pressesprecher des Bezirksamts.

Ein schlussendliches Ergebnis ist aber noch nicht gefallen. Dafür seien noch zwei bis drei Runden im Rat notwendig. „Wir befinden uns in Gesprächen mit der Johannes-Gemeinde, wie und unter welchen Bedingungen wir die Taufen am Falkensteiner Ufer möglich machen können. Wie kann man die Gesetzeslage mit dem Wunsch der Gemeinde übereinbringen?“

Rissens evangelischer Pastor Anton Knuth spricht in einem Bericht des Abendblatts hinsichtlich der Absage von „realitätsfernem Bürokratismus“. Der Gottesdienst sei keine private Veranstaltung. Zudem werde nur am vorderen Elbufer getauft. „Dann müsste man ja auch das Spielen der Kinder am Strand verbieten.“ Der Bade- und Strandbetrieb erlaubt das Bezirksamt.

Im Sommer 2011 hatte es am Falkensteiner Ufer eine Massentaufe mit 243 Menschen gegeben.

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