Jörn Kruse : Streit in der Hamburger AfD – Ordnungsverfahren gegen Fraktionschef

AfD-Fraktionschef Jörn Kruse
AfD-Fraktionschef Jörn Kruse in Hamburg. /Archiv

Nach seiner Kritik am niedersächsischen Landeschef Lars Steinke und der Spitze der Bundespartei gerät Jörn Kruse unter Druck.

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07. August 2018, 12:35 Uhr

Hamburg | In der AfD in Hamburg ist Bürgerschafts-Fraktionschef Jörn Kruse nach Kritik an Äußerungen des niedersächsischen Landeschefs der AfD-Jugendorganisation Junge Alternative, Lars Steinke, unter Druck geraten. Steinke hatte in einem nicht öffentlich einsehbaren Facebook-Eintrag den Hitler-Attentäter Claus Schenk Graf von Stauffenberg als Verräter bezeichnet. Kruse hatte diese Äußerung scharf kritisiert und laut „Hamburger Abendblatt“ auch der Spitze der Bundespartei vorgeworfen, sich nicht hinreichend klar von rechtsextremen Äußerungen innerhalb der AfD abzugrenzen.

Nun soll gegen Kruse ein Parteiordnungsverfahren mit dem Ziel der Abmahnung eingeleitet werden. Das habe der Landesvorstand der Hamburger AfD am Montag einstimmig beschlossen, sagte der AfD-Landesvorsitzende Dirk Nockemann. Er bestritt am Dienstag aber, dass ein Parteiausschluss geplant sei.

Auch der AfD-Bundesvorstand hatte sich für einen Parteiausschluss Steinkes ausgesprochen

Das „Hamburger Abendblatt“ zitierte Kruse mit den Worten: „So reden Nazis. Steinke hat sich als dummes kleines Nazi-A...loch geoutet.“ Neben der Äußerung selbst sei aber „das Fehlen einer ganz öffentlich gemachten Empörung und Distanzierung“ innerhalb der AfD „eine massive Parteischädigung“, zitierte das „Abendblatt“ Kruse weiter.

Landeschef Nockemann betonte am Dienstag, die Kritik an Kruse habe sich auf die Art bezogen, „in der er ständig öffentlich die eigene Partei auf dem ungebremsten Weg nach rechtsaußen darstellt. Das entspricht nicht den Tatsachen, wird von Prof. Kruse aber gleichwohl immer wieder öffentlich lanciert.“

Die Hamburger AfD unterstütze im übrigen den Parteiausschluss Steinkes. „Der Landesvorstand steht klar auf dem Standpunkt, dass Rechtsextremisten, Neonazis und Geschichtsrevisionisten nicht in die AfD gehören“, sagte Nockemann der dpa. Auch der AfD-Bundesvorstand hatte sich am Montag für einen Parteiausschluss Steinkes ausgesprochen.

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