Sicherheitspersonal : Streik behindert Flugverkehr am Hamburger Airport

Lange Schlangen vor den Sicherheitskontrollen.
Lange Schlangen vor den Sicherheitskontrollen.

Die Gewerkschaft Verdi will für 8000 Beschäftigte im Hamburger Sicherheitsgewerbe höhere Löhne durchsetzen. Davon arbeiten 900 am Flughafen und legten zum Teil die Arbeit nieder.

shz.de von
22. Januar 2015, 12:11 Uhr

Hamburg | Die Sicherheitskräfte am Hamburger Flughafen haben mit einem Warnstreik für Verzögerungen an den Kontrollstellen gesorgt. Am Nachmittag konnten nur noch zwei Kontrollspuren offen gehalten werden und es bildeten sich längere Schlangen.

Am Vormittag hatten bereits 3000 Fluggäste zusätzlich gegenüber einem normalen Freitag die Sicherheitskontrollen passiert, sagte eine Sprecherin des Flughafens. Sie folgten damit dem Aufruf des Airports, möglichst frühzeitig am Flughafen zu sein und Wartezeiten einzurechnen. Während des Warnstreiks bis 16 Uhr standen 53 Abflüge auf dem Hamburger Flugplan; vier davon wurden gestrichen. Die Wartezeit vor den Kontrollstellen betrug bis zu zwei Stunden. Nach dem Ende des Warnstreiks normalisierte sich die Situation.

Der Streik habe gut geklappt, sei aber zum Teil durch Streikbrecher und den Druck auf fest angestellte Vollzeit-Kräfte unterlaufen worden, sagte Verdi-Sekretär Peter Bremme.

Der Warnstreik am Flughafen ist Teil eines Tarifkonflikts für das gesamte Hamburger Sicherheitsgewerbe mit 8000 Beschäftigten. Die Gewerkschaft Verdi fordert für den Bewachungsdienst einen Lohnzuwachs von 8,05 Euro auf 9,20 Euro pro Stunde und für die Luftsicherheitsassistenten 15,00 Euro statt bislang 14,00 Euro pro Stunde sowie neue Entgeltstufen. Der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) bietet den Flughafenkräften 14,90 Euro an, beim Einstiegslohn der übrigen Wachleute 8,75 Euro. Die Tarifverhandlungen gehen am Montag in die dritte Runde.

Die Lufthansa nahm den Streik zum Anlass, klare Spielregeln für den Ablauf von Arbeitskämpfen im Bereich der Verkehrsinfrastruktur zu fordern. „Lufthansa war seit 2008 alleine in Deutschland von mehr als 50 Streiks betroffen“, sagte ein Sprecher. „Diese zahlreichen Streiks schaden dem gesamten Luftverkehrsstandort Deutschland, der sich ohnehin in einer kritischen Wettbewerbssituation befindet.“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen